Ärzte Zeitung online, 23.05.2011

TK: Jede dritte EU-Auslandsbehandlung war beabsichtigt

HAMBURG (eb). Die Menschen in Deutschland sind in Sachen Gesundheit mobil: Fast jeder dritte Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK), der sich 2010 im EU-Ausland behandeln ließ, hat gezielt jenseits der heimischen Grenze Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen - ob eine Kur in Tschechien, Zahnersatz in Polen oder eine Arztbehandlung in Italien.

TK: Jede dritte EU-Auslandsbehandlung war beabsichtigt

90 Prozent der befragten TK-Versicherten würden wieder geplant im EU-Ausland zum Arzt oder in eine Klinik gehen.

© Michael Zapf

Das geht aus einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) der TK hervor.

Wie die Krankenkasse mitteilte, wurden die Angaben von rund 16.000 TK-Versicherten für die Studie ausgewertet. Mehr als 13.000 der 16.000 Befragten hatten sich im vergangenen Jahr mindestens einmal im Ausland behandeln lassen - knapp ein Drittel davon aus freien Stücken.

Als entscheidende Gründe dafür wurden die geringeren Kosten gegenüber einer Behandlung im Inland genannt (50 Prozent) und die Kombination mit einem Urlaub (49 Prozent).

Gutes Zeugnis ausgestellt

Die Patienten hätten den Ärzten, Kliniken und Therapeuten ein gutes Zeugnis ausgestellt, berichtete die Krankenkasse.

Mehr als 95 Prozent der Patienten seien beispielsweise mit folgenden Punkten sehr zufrieden bis eher zufrieden gewesen: Sauberkeit, Mitarbeiterqualifikation, Ablauforganisation, technische Ausstattung, Mitarbeiterkapazität, Wartezeit und Behandlungsergebnis.

Auch die Verständigung habe geklappt, hieß es. 90 Prozent gaben an, mit dem Auslandsarzt deutsch gesprochen zu haben. Ebenfalls neun von zehn Befragten würden wieder geplant im EU-Ausland zum Arzt oder in eine Klinik gehen.

Nur 30 Prozent wären bereit für den Schritt ins Ausland

Bei TK-Versicherten, die bislang keine Erfahrungen mit grenzüberschreitenden Gesundheitsleistungen gesammelt haben, sind nach Angaben der TK nur 30 Prozent bereit, sich jenseits der heimischen Grenzen behandeln zu lassen.

Vor der Auslandsbehandlung würden sich die TK-Versicherten vorrangig über die medizinische Qualität im jeweiligen EU-Staat und die Qualifikation des behandelnden Arztes sowie die Kostenübernahme durch die Krankenkasse und Abrechnungsmodalitäten informieren, teilte die Krankenkasse mit.

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