Ärzte Zeitung online, 09.06.2011

Hartmannbund: Kassen-Attacken sind absurdes Theater

BERLIN (eb). Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Professor Kuno Winn, hat in der Debatte um die Neuausrichtung der Gesundheitspolitik die Krankenkassen scharf kritisiert. Er forderte sie auf, die Patienten und deren Versorgung wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

In einer Mitteilung des Hartmannbundes bezeichnete es Winn als geradezu absurd, dass die Kassen (angebliche) Regierungspläne kritisierten, die das notwendige Finanzaufkommen für die medizinische Versorgung am realen Behandlungsbedarf von Patientinnen und Patienten orientieren wollen.

"Wer von Geschenken für Ärzte spricht, wenn notwendig erbrachte Leistungen honoriert werden sollen, der offenbart sein nachhaltig gestörtes Verständnis von Leistungsgerechtigkeit", sagte Winn.

"An Hysterie grenzende Kassen-Attacken"

Der Vorsitzende des Hartmannbundes sprach von "an Hysterie grenzende Kassen-Attacken", die ein absurdes Theater darstellen.

Versicherte und Patienten müssten nach Meinung von Winn inzwischen das Gefühl haben, dass sie im Krankheitsfall nicht im Mittelpunkt stehen, sondern zwischen allen Stühlen sitzen.

Dies trage ganz sicher nicht zur Vertrauensbildung bei, so Winn.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »