Ärzte Zeitung, 03.07.2011

Opposition drängt auf Präventionsgesetz

BERLIN (sun). Die Opposition hat der schwarz-gelben Koalition Tatenlosigkeit beim Thema Prävention vorgeworfen. Sie drängt darauf, dass noch in diesem Jahr ein Präventionsgesetz auf den Weg gebracht wird.

Opposition drängt auf Präventionsgesetz

Einen hohen Handlungsbedarf sieht SPD-Politikerin Angelika Graf.

© Deutscher Bundestag

Schließlich sei der Handlungsbedarf groß, da die Präventionslandschaft fragmentiert sei, sagte SPD-Politikerin Angelika Graf anlässlich der entsprechenden Debatte im Bundestag am Freitag in Berlin. Es gebe zwar "aktionistisch ausgelegte Modellprojekte", diese sorgten aber nicht für die notwendige Nachhaltigkeit.

In einem Präventionsgesetz müsse daher unter anderem die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen geregelt werden.

Grüne: Gesundheitssystem zu sehr auf Behandlung von Krankheiten ausgerichtet

Nach Ansicht der Grünen ist das Gesundheitssystem zu sehr auf die Behandlung von Krankheiten ausgerichtet. Das könne die zentralen Herausforderungen der Zukunft jedoch nicht lösen.

FDP-Politiker Erwin Lotter erteilte der Forderung nach einem Gesetz eine Absage: "Ich kann die Notwendigkeit dafür nicht erkennen."

Nach Ansicht des CSU-Politikers Johannes Singhammer soll die Koalition auf die Eigenverantwortung der Bürger setzen. Viel sinnvoller als ein Gesetz seien daher Anreize für die Menschen, bereits bestehende Programme auch zu nutzen.

Kritik auch von Seiten der SPD

Grünen-Politikerin Maria Klein-Schmeink nannte die Strategie auf Eigenverantwortung zu setzen eine "Sackgasse". Dem stimmte auch SPD-Politikerin Elke Ferner zu: Der Ansatz der Koalition sei zu kurz gesprungen.

Die Anträge der Opposition wurden in den Gesundheitsausschuss des Bundestages verwiesen.

Lesen Sie dazu auch:
Weckruf der Opposition für Präventionsgesetz

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Nichts Neues zur Prävention

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »