Ärzte Zeitung online, 01.08.2011

AOK schreibt Gesundheitspreis für digitale Prävention aus

BERLIN (ger/eb). Mit einem eigenen Gesundheitspreis will der AOK-Bundesverband die Prävention mit Hilfe innovativer Ideen und digitaler Technik in Deutschland voranbringen. Zu diesem Zweck schreibt die AOK jetzt zum ersten Mal den "AOK-Leonardo - Gesundheitspreis für Digitale Prävention" aus.

Bis zum 15. November 2011 können sich wissenschaftliche, öffentliche und private Einrichtungen für den vom AOK-Bundesverband ausgelobten Preis bewerben.

Auch niedergelassene Ärzte mit interessanten Ideen oder Konzepten für innovative Formen der Gesundheitsförderung in Familien könnten teilnehmen, erfuhr die "Ärzte Zeitung" beim AOK-Bundesverband. Denn Thema des ausgeschriebenen Preises ist in diesem Jahr die Förderung der Gesundheit in familiären Lebenswelten.

"Gesundheit digital managen"

Bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise nutzten immer mehr Menschen die modernen Kommunikations- und Informationstechnologien, sagt Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands. "Über das Smartphone gibt es gesunde Rezepte, der Computer sucht eine Laufstrecke raus und die Waage übermittelt Daten direkt an den Arzt."

"Diese Alltagshilfen sind aktuell, sie begleiten und coachen, unterstützen und können sogar Gesundheit ‚managen‘. Solche innovativen digitalen Präventionshilfen möchten wir mit dem AOK-Leonardo auszeichnen und fördern", so Graalmann weiter.

Der bundesweite Ideenwettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Projekt mit dem Fokus Familie ganz vorn

Der Wettbewerb ist ein weiterer Baustein der Initiativen der AOK zur Förderung der Prävention. Bei der CeBIT im vergangenen März hatte die AOK ihre Projekte zur digitalen Präventionsassistenz präsentiert.

"Beruf, Erziehung, Haushalt und Freizeitgestaltung erfordern ein gutes Management, um den Bedürfnissen aller Familienmitglieder gerecht zu werden. Wir möchten den Familien helfen, ihr Umfeld gesünder zu gestalten", erläutert Graalmann das Schwerpunktthema 2011.

Entsprechend richtet sich die Gesundheitskasse mit der Ausschreibung an Projekte und Modelle, die das Ziel haben, Familien zu unterstützen und zeitliche, psychische und physische Belastungen zu reduzieren.

Konkret würden Ansätze gesucht, die einen gesunden Familienalltag ermöglichen und zur Vernetzung der gesunden familiären Lebenswelten beitragen (Krippe, Kindertagesstätte, Schule, Kirche, Betrieb, Stadtteil, Nachbarschaft, Haus- und Kinderärzte, Vereine etc.).

Außerdem sollten sie die Gesundheitskompetenz und Gesundheitsbildung fördern, nachhaltig und nicht aktionsbezogen sein, Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien die gleiche Chance eröffnen, gesund aufwachsen zu können und dazu beitragen die gesundheitlichen Belastungen und Erkrankungshäufigkeiten von Kindern sowie Eltern zu vermindern oder zu vermeiden.

Der "AOK-Leonardo" wird in zwei Kategorien vergeben:

Für bereits in der Praxis erprobte Informations- und Kommunikationstechnologien, die bestehende Präventionsprojekte und Programme in ihrer Wirkung unterstützen und zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beitragen sowie für technologische Entwicklungen, die für sich selber präventiv wirken können. Hierfür lobt der AOK-Bundesverband Preisgelder in Höhe von insgesamt 25.000 Euro aus.

Für innovative Ideen, die noch nicht in die Praxis eingeführt sind (Innovationspreis). Zur späteren Projektumsetzung werden den Gewinnern Fördermittel durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Aussicht gestellt.

Die Preisträger erhalten unter anderem die Möglichkeit, sich mit ihrem Produkt oder ihrer Idee auf der CeBIT im März 2012 am AOK-Stand zu präsentieren.

Informationen und Bewerbungsunterlagen: www.aok-leonardo.de

[01.08.2011, 23:43:41]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Kann die AOK nicht jemanden fragen, der sich damit auskennt?
Ich fasse es nicht, da schreibt die AOK allen Ernstes unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung den "AOK-Leonardo - Gesundheitspreis für Digitale Prävention" aus.

Digitale Prävention machen Urologen, Gastroenterologen, Proktologen und Hausärztinnen und Hausärzte täglich, o h n e dafür einen Preis oder Anerkennung zu bekommen. Die digitalen Untersuchungen jedweder Art verschwinden nämlich im Regelleistungsvolumen (RLV) oder in den Vorsorgeziffern. Nur die Gynäkologen bekommen für ihre digitale Untersuchung (und damit auch Prävention) wenigstens einen Behandlungsfall pro Quartal anerkannt.

Vielleicht sollte man den "AOK-Leonardo - Gesundheitspreis" für die "Virtuelle Prävention" ausloben. Aber Vorsicht, 'virtuell' ist genauso doppeldeutig wie 'digital'.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM (z. Zt. Bergen aan Zee)
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