Ärzte Zeitung online, 24.08.2011

DAK und BKK Gesundheit sprechen über Hochzeit

Bei den gesetzlichen Kassen bekommt das Fusionskarussell neuen Schwung: DAK und BKK Gesundheit haben neue Gespräche für ein Zusammengehen gestartet. Dagegen geht die fusionierte Gesundheitskasse Südwest statt im Oktober erst Anfang 2012 an den Start.

DAK und BKK Gesundheit sprechen über Hochzeit

DAK und BKK Gesundheit suchen womöglich bald die Trauringe aus.

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HAMBURG/FRANKFURT/SAARBRÜCKEN (fst/chb). Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die BKK Gesundheit sind erneut auf Fusionskurs. Sprecher beider Kassen haben am Mittwoch der "Ärzte Zeitung" bestätigt, dass "ergebnisoffene Verhandlungen" geführt würden. Man rechne bis Ende des Jahres mit einer Entscheidung, sagte DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz.

Beide Kassen erheben einen Zusatzbeitrag und haben seitdem viele Versicherten verloren. Bei der DAK, drittgrößte Kasse im Markt, sank die Versichertenzahl seit 2010 von 6,1 auf 5,8 Millionen. Bei der BKK Gesundheit verringerte sich der Versichertenstand sogar seit 2009 um ein Drittel von 1,5 Millionen auf jetzt rund eine Million Versicherte.

Im Juli vergangenen Jahres waren erste Fusionsverhandlungen beider Kassen im Sande verlaufen. Damals hatten Ausschüsse der BKK Gesundheit dem Verwaltungsrat empfohlen, "derzeit an der Eigenständigkeit festzuhalten". Beide Kassen wollten auf Anfrage keine Gründe nennen, warum die Gespräche nun wieder aufgenommen wurden.

Die DAK hat Ende Mai von positiven Geschäftszahlen berichtet und im ersten Quartal 2011 nach eigenen Angaben einen Überschuss von 188 Millionen Euro ausgewiesen. Man strebe Ende des Jahres einen Überschuss von 200 Millionen Euro an, erklärte DAK-Chef Herbert Rebscher damals.

Die Ersatzkasse hat im vergangenen Jahr 650 Stellen abgebaut. DAK-Vize Claus Moldenhauer hat angekündigt, dass im laufenden Jahr nochmals 800 Jobs wegfallen könnten. Die DAK kämpft zudem mit säumigen Mitgliedern, die den Zusatzbeitrag nicht zahlen und läuft nach eigenen Angaben 28 Millionen Euro hinterher.

Auch der potenzielle Fusionspartner BKK Gesundheit kämpft mit Problemen und sieht sich angesichts seiner Versichertenstruktur im Gesundheitsfonds "klar benachteiligt". So versichere man beispielsweise doppelt so viele werdende Mütter wie im Durchschnitt aller Kassen.

Fusionspläne im Südwesten

Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben ist dagegen die Fusion zwischen den AOKen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit der IKK Südwest. Die neue Kasse soll nun erst zum 1. Januar 2012 starten. Anvisiert worden war der 1. Oktober 2011.

Nach übereinstimmenden Angaben des Landesgesundheitsministeriums und des AOK-Rheinland-Pfalz-Chefs Walter Bockemühl gibt es dafür lediglich organisatorische Gründe. Die neue Kasse könne so zum neuen Geschäftsjahr starten.

Das erleichtere unter anderem die Arbeit für die Buchhaltung, sagte Bockemühl. Mit dem Start zum neuen Geschäftsjahr sei unter anderem auch eine Anregung des Bundesrechnungshofs aus dem vergangenen Jahr aufgegriffen worden. Eine Fusion zum Jahresbeginn mache es leichter, die Ergebnisse eines Zusammenschlusses zu vergleichen, so der Bundesrechnungshofs.

Der AOK-Chef gab aber zu, dass die beteiligten Kassen über die Verschiebung nicht unglücklich seien, da noch viele organisatorische Dinge, wie die Zusammenlegung der IT, geregelt werden müsste. Die fusionierte Kasse hat nach Angaben Bockemühls 1,4 Millionen Mitglieder und 1,9 Millionen Versicherte. Der Sitz der neuen Kasse wird das rheinland-pfälzische Eisenberg sein.

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