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Ärzte Zeitung online, 05.09.2011

AMNOG füllt das Kassensäckel

Im ersten Halbjahr 2011 sind die Ausgaben für Arzneimittel um 6,3 Prozent gesunken. Weiter rasant nach oben gehen dagegen die Krankengeldzahlungen. Hauptgrund: langwierige psychische Erkrankungen.

AMNOG füllt das Kassensäckel

Viel Geld für die Kassen: Der Überschuss beträgt rund 2,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr.

© yantra / fotolia.com

BERLIN (chb). Mit einem Überschuss von 2,417 Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen das erste Halbjahr 2011 abgeschlossen.

Ende Juni 2010 betrug der Überschuss dagegen lediglich 112 Millionen Euro, am Ende des Jahres verbuchten die Kassen gar ein Defizit von 445 Millionen Euro.

Ausgaben in zweiter Jahreshälfte liegen höher

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums liegen die Ausgaben in der zweiten Jahreshälfte generell deutlich höher, deshalb könne für die Monate Juli bis Dezember nicht mit ähnlich hohen Überschüssen wie in den ersten sechs Monaten gerechnet werden.

Besonders stark fällt der Ausgabenrückgang bei Arzneimitteln von minus 6,3 Prozent auf. Der ist vor allem auf den Preisabschlag von 16 Prozent zurückzuführen, den die Arzneihersteller seit August vergangenen Jahres leisten müssen.

AMNOG zeigt Wirkung

Darüber hinaus zeigt das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG), das Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist, offenbar Wirkung.

Keine Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung in diesem Jahr lässt nach Angaben des BMG der Zuwachs von 2,3 Prozent bei den Ausgaben für die ambulante Behandlung und um 5,2 Prozent bei den ärztlichen Früherkennungsmaßnahmen zu, da für das erste Halbjahr noch keine Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen vorliegen.

Weiter stark nach oben gehen die Ausgaben für Krankengeldzahlungen. Nach zweistelligen Zuwachsraten in den vergangenen Jahren verzeichnen die Krankenkassen jetzt ein Plus von immerhin noch 9,6 Prozent. Ein Grund hier: der starke Anstieg bei lang andauernden psychischen Erkrankungen.

Arzneisparpaket entlastet Krankenkassen

Veränderung je GKV-Mitglied in Prozent 1. Halbjahr 2011 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2010
Leistungsausgaben insgesamt 2,8
Ärztliche Behandlung 2,3
Zahnbehandlung (kons-chirurg.) 3,0
Zahnersatz2,3
Arznei- u. Verbandsmittel insgesamt - 6,3
Häusliche Krankenpflege 12,1
Krankenhausbehandlung 4,6
Krankheitsverhütung/soziale Dienste 8,2
Krankengeld9,6
Fahrkosten 6,2
Kuren und Rehabilitation 0,3
Früherkennungsmaßnahmen 5,2
Leistungen bei Schwangerschaft ohne stat. Entbindung 0,0
Verwaltungskosten 1,3
Ausgaben insgesamt 89.327 Mio. Euro
Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds 89.473 Mio. Euro
Beitragseinnahmen vor dem 1.1.2009 861 Mio. Euro
Übrige Einnahmen 1.410 Mio. Euro
Einnahmen insgesamt 91.744 Mio. Euro
Überschuss 2.417 Mio. Euro
Quelle: BMG/KV 45, Tabelle: Ärzte Zeitung

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