Ärzte Zeitung, 12.10.2011

Kommentar

Gesundheitsfonds der kranken Kassen

Von Florian Staeck

Das passt auf den ersten Blick nicht zusammen: Da verbuchen die gesetzlichen Kassen dank glänzender Konjunktur im ersten Halbjahr 2011 einen Überschuss von rund 2,4 Milliarden Euro.

Und doch steht eine weitere Kasse - die BKK für Heilberufe - vor dem Abgrund. Andere kranke Kassen retten sich in Notfusionen in der vagen Hoffnung, dass aus zweimal Minus am Ende ein Plus wird.

Doch, das passt zusammen. Zwei Jahre nach Einführung des Gesundheitsfonds wachsen die Verwerfungen in der Kassenlandschaft - und der Ärger.

Auf die rund 120 Betriebskrankenkassen kommt mit der zu erwartenden Pleite der Heilberufe-BKK wieder ein Schuldenberg zu, der umverteilt werden muss. "Perfide" seien die Wirkungen des Gesundheitsfonds, heißt es im BKK-System.

Trotz morbiditätsorientiertem Kassenausgleich erhalten Kassen immer noch für Kranke zu wenig, für Gesunde zu viel Geld. Zusatzbeiträge verstärken das Strukturdefizit der betroffenen Kassen nur - sie taumeln durch den Obolus schneller der Pleite entgegen.

Dass dies alles mit Wettbewerb um Versorgungsqualität nichts zu tun hat, kümmert die Koalition nicht. Man darf gespannt sein, ob das auch so bleibt, wenn das Wahljahr 2013 näher rückt.

Lesen Sie dazu auch:
BKK-Bundesverband geißelt "perfide Wirkungen des Gesundheitsfonds"
Das Aus für die BKK für Heilberufe naht

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