Ärzte Zeitung online, 20.10.2011

BHÄV sauer über Hoppenthallers Querschüsse

MÜNCHEN (sto). Der Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) hat die Vorwürfe seines Ehrenvorsitzenden Dr. Wolfgang Hoppenthaller zurückgewiesen.

Bayerns Hausärzteverband sauer über Hoppenthallers Querschüsse

BHÄV-Chef Geis: Hoppenthaller nicht zielführend.

© BHÄV

Die Einschätzungen und Wertungen Hoppenthallers zur Vertragspolitik des Verbandes seien "nicht zielführend", erklärte BHÄV-Vorsitzender Dr. Dieter Geis.

Bei einer Mitgliederversammlung am 23. November in Erlangen werde der Vorstand über den aktuellen Stand bei den Hausarztverträgen berichten und das weitere Vorgehen zusammen mit den Mitgliedern beraten, kündigte der BHÄV-Landesvorstand an.

Bei den derzeit stattfindenden Mitgliederversammlungen auf Bezirksebene erhalte die neue Linie des Vorstandes "breite Zustimmung".

"Der Stil ist ein anderer"

Dem neuen Vorstand sei es gelungen, den BHÄV wieder als ernstzunehmenden Verhandlungs- und Gesprächspartner für Kassen und Politik zu positionieren, erklärte Geis.

"Die handelnden Personen sind andere, der Stil ist ein anderer", heißt es in einem Informationsschreiben des Verbandes.

Weiter heißt es dort: "Auch dieser Vorstand tritt nachdrücklich für die gemeinsamen hausärztlichen Interessen ein. Und dieser Vorstand tut dies mit einem starken hausärztlichen Vorsitzenden in der KVB und einem starken hausärztlichen Präsidenten in der Kammer an seiner Seite."

Geis: Hoppenthaller verwendet alte Zahlen

Zu den Vorwürfen Hoppenthallers, der Fallwert im Hausarztvertrag mit der Techniker Krankenkasse (TK) liege 20 Euro niedriger als verlautbart, erklärte der BHÄV-Vorstand, Hoppenthaller habe bei seiner Einschätzung zum TK-Vertrag und zu den Verträgen mit den Betriebskrankenkassen auf Zahlen des zweiten Quartals 2008 zurückgegriffen, während der BHÄV-Vorstand mit Echtzahlen aus dem dritten Quartal 2010 rechne.

Außerdem errechne der BHÄV die Fallwerte auf der Grundlage der tatsächlich am Vertrag teilnehmenden Hausärzte und Versicherten, während Hoppenthaller mit der Gesamtzahl der 2008 beziehungsweise 2009 an der Regelversorgung teilnehmenden Versicherten der jeweiligen Kassen kalkuliere.

"Diese Herangehensweise an die Berechnung führt zwangsläufig zu einem nicht vergleichbaren Ergebnis", heißt es in dem Rundschreiben. Der Vorstand sei daher nach wie vor der Auffassung, "dass durch den TK-Vertrag ein durchschnittlicher Fallwert von über 70 Euro erreicht werden kann."

Und bei den Verhandlungen mit den Betriebskrankenkassen werde ein "strukturell und honorartechnisch guter Hausarztvertrag" herauskommen.

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16128)
Berufspolitik (16854)
Organisationen
TK (2195)
Personen
Dieter Geis (110)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »