Ärzte Zeitung, 05.12.2011

Kassen geben weniger für Arzneien aus

Die Zwangsrabatte lassen die Ausgaben für Arzneimittel im Oktober leicht sinken. Insgesamt gaben die Apotheken 19 Millionen Packungen mehr rabattfreie Arzneimittel ab als vor einem Jahr.

Krankenkassen geben weniger für Arzneimittel aus

FRANKFURT/MAIN (fst). Die Summe der Zwangsrabatte von Arzneimittelherstellern, Apotheken und dem Großhandel zu Gunsten der Kassen haben sich bis Ende Oktober der Marke von drei Milliarden Euro genähert.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens IMS Health entfielen knapp 1,9 Milliarden Euro Zwangsrabatt auf die Hersteller, rund 1,03 Milliarden auf die Apotheken und 166 Millionen Euro auf den Großhandel.

Vor dem Hintergrund dieser Entlastungen zu Gunsten der Kassen sanken die Ausgaben im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro. Die Impfausgaben beliefen sich im Oktober 2011 auf rund 113 Millionen Euro.

Einsparungen durch Individual-Rabatte sind in diesen Daten nicht berücksichtigt. Auch bezogen auf die Menge der abgegebenen Packungen ergibt sich ein Minus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Auf das bisherige Jahr 2011 gesehen, sind die Verordnungskosten um 2,5 Prozent auf 24,91 Milliarden Euro gesunken. Vergleichsgröße ist hier wiederum der gleiche Zeitraum des Vorjahres.

Bedeutung von Rabattverträgen gestiegen

Bei der Menge der Packungen ergibt sich ein leichtes Plus von 0,6 Prozent. Damit werden die Rahmenvorgaben von Kassen und KBV für dieses Jahr - diese sehen einen Ausgabenrückgang von 0,3 Prozent vor - mit großer Wahrscheinlichkeit eingehalten.

Die Bedeutung von Rabattverträgen hat im laufenden Jahr im Vergleich zu 2010 nochmals zugelegt. So haben nach Angaben von IMS Health die Apotheken bis Ende Oktober 19 Millionen Packungen mehr patentfreie Arzneimittel abgegeben, die rabattgeregelt waren, als im gleichen Zeitraum 2010.

61 Prozent des patentfreien GKV-Marktes, das sind 446 Millionen Packungen bis Ende Oktober, wurden unter dem Regime eines Rabattvertrags abgewickelt - vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Liegt ein Rabattvertrag vor, untersagen Ärzte seltener den Austausch durch den Apotheker, indem sie das Aut-idem-Kreuz setzen.

Im patentfreien Markt verzichteten Ärzte bei 92,5 Prozent der Verordnungen von Rabatt-Medikamenten auf das Setzen des Kreuzes, ließen somit einen Austausch zu. Ist ein Präparat dagegen nicht rabattgeregelt, so traf das lediglich in 77,5 Prozent der Fälle zu.

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