Ärzte Zeitung online, 02.02.2012

Krankenkassen: Nichtzahler reißen Milliardenloch

Säumige Beitragszahler verursachen in den gesetzlichen Krankenkassen einen Milliardenschaden. Dennoch genießen die Nichtzahler einen gewissen Versicherungsschutz.

Krankenkassen: Nichtzahler reißen Milliardenloch

Auch wenn GKV-Versicherte ihre Beiträge nicht zahlen, haben sie einen gewissen Schutz.

© Niehoff / imago

BERLIN (chb). Säumige Beitragszahler belasten die Einnahmen der Gesetzlichen Krankenkassen sowie der Privaten Krankenversicherung. Ein erheblicher Grund für die Einnahmeausfälle ist offenbar die im Jahr 2009 eingeführte Versicherungspflicht.

Bei der GKV waren im August 2011 nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes 638.000 Versichertenkonten nicht ausgeglichen. 108.000 dieser Beitragskonten gehören zu Kassenmitgliedern, die nach Einführung der Versicherungspflicht in die GKV zurückgekehrt waren.

Die übrigen betreffen vor allem Konten freiwillig Versicherter, hauptsächlich Selbstständiger. Insgesamt fehlen den Gesetzlichen Krankenkassen durch die Nichtzahler 1,2 Milliarden Euro.

Nichtzahler haben dennoch gewissen Versicherungsschutz

Bereits im Dezember hatte der Verband der privaten Krankenversicherer Einnahmeausfälle von 554 Millionen Euro durch die Nichtzahler beklagt. Hier wurden bis Ende Juni vergangenen Jahres branchenweit 142 800 Nichtzahler registriert.

Ob privat oder gesetzlich krankenversichert, klar ist, auch wer seine Beiträge schuldig bleibt, genießt einen gewissen Versicherungsschutz. So müssen die gesetzlichen Krankenkassen nach Angaben von Claudia Widmaier vom GKV-Spitzenverband auf jeden Fall die Kosten für Notfallversorgung, Schmerzbehandlung und Vorsorgeuntersuchungen bezahlen.

Ähnlich ist es bei der PKV. Der PKV-Verband verhandelt deshalb bereits mit verschiedenen Bundes ministerien über einen Spezialtarif für Nichtzahler.

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Krankenkassen (16322)
[03.02.2012, 18:01:07]
Wilhelm Haltermann 
PKV benachteiligt Mitglieder
Wenn PKV-Mitglieder nicht zahlen können und im Rückstand sind, wird der Vertrag zum Ruhen gebracht mit der Konsequenz, dass nur noch Kosten für Notfallbehandlungen erstattet werden.
>>Kosten für Medikamente werden nicht erstattet!<<
Erst wenn der Rückstand ausgeglichen ist oder eine Ratenzahlung vereinbart wurde, läuft alles wieder vertragsgemäß.
Aber wie steht es um die nötige Langzeitmedikation der in Zahlungs-schwierigkeiten befindlichen Mitglieder??? Wenn sie die nötigen Präparate nicht selber zahlen können, müssen sie nach Absetzen der Medikation darunter leiden und mit einer möglichen Verschlimmerung ihrer Erkrankung rechnen, und die PKV hat dann die höheren Krankheitskosten zu tragen, ein Zustand der für die Gesamtzahl der PKV-Mitglieder inakzeptabel ist!

Wenn der Rückstand beglichen ist, ist es im Nachhinein so, dass die PKV die Prämien insgesamt kassiert hat. Das PKV-Mitglied aber, das seine Präparate zum Zeitpunkt des Ruhens des Vertrages selber bezahlt hat, geht leer aus. >>Das PKV –Mitglied wird hier klar benachteiligt! Diese Ungerechtigkeit gehört abgeschafft!<<
Ich werde meinem Bundestagsabgeordneten eine E-Mail schreiben.
Bitte, tun Sie es auch, sonst geht das immer so weiter.
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