Ärzte Zeitung, 15.03.2012

Mehr Geld für häusliche Krankenpflege in Bayern

MÜNCHEN (sto). Die Krankenkassen in Bayern und die Verbände der privaten Anbieter für häusliche Krankenpflege haben eine neue Vergütungsvereinbarung über Leistungen der häuslichen Krankenpflege mit einer linearen Erhöhung um 12,5 Prozent geschlossen.

Zuvor hatte es acht Jahre lang überhaupt keine Anpassung der Vergütungssätze gegeben. Nach der Einigung äußerten die Kassen die Erwartung, dass ihre Versicherten nun von den neuen zeitlichen Vorgaben für die häusliche Krankenpflege, die sich gegenüber früher fast verdoppeln, profitieren.

Darunter fallen pflegerische Leistungen, die der Arzt bei Krankheit verordnet, wie beispielsweise das Wechseln von Wundverbänden oder die Verabreichung von Medikamenten.

Zugleich bedauerten die Kassen, dass der Vereinbarung noch immer nur Orientierungswerte für Zeit- und Kostenansätze zugrunde liegen, "die weder pflegewissenschaftlich noch betriebswirtschaftlich untermauert sind", heißt es in einer Mitteilung.

"Noch erheblicher Handlungsbedarf"

Im Rahmen der Qualitätssicherung bestehe deshalb "noch erheblicher Handlungsbedarf". Die Vereinbarung läuft bis 2015.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag Theresa Schopper, begrüßte das Ergebnis.

"Damit haben die Pflegekräfte endlich mehr Zeit für eine individuelle Versorgung der Patienten. Für eine hochwertige Versorgung müssen wir uns langfristig vom System der Minutenpflege verabschieden", sagte Schopper.

Sie erwarte, dass die neuen Vergütungssätze nun auch bei den ambulanten Pflegediensten der freien Wohlfahrtsverbände angewendet werden.

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