Ärzte Zeitung online, 03.05.2012

Barmer GEK startet exklusive Rabattverträge

Barmer GEK startet exklusive Rabattverträge

Neue Zeitrechnung für die Barmer GEK und ihre Versicherten: Die größte deutsche Ersatzkasse hat erstmals Rabattverträge mit Herstellern zu einzelnen Wirkstoffen geschlossen. Viele Versicherte müssen sich somit von ihrem gewohnten Arzneimittel verabschieden.

WUPPERTAL (cw). Fünf Jahre nach dem Scharfstellen der Rabattverträge hat nun auch die Barmer GEK ihre Versicherten erstmals über den möglichen Austausch ihres gewohnten Arzneimittels in der Apotheke informiert.

Denn zum 1. Mai sind die Verträge der ersten Rabattausschreibung der mit fast neun Millionen Versicherten größten deutschen Ersatzkasse gestartet. Zuvor hatte die Barmer GEK auf Rabatte in Sortimentsverträgen gesetzt.

Gegenstand ihrer ersten Ausschreibung, die wie beim AOK-Modell einen exklusiven Partner pro Wirkstoff gesucht hatte, waren Antibiotika und Antihypertensiva, darunter verordnungsstarke Wirkstoffe wie etwa Bisoprolol, Enalapril oder Amlodipin. Insgesamt wurden 30 Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen ausgeschrieben.

Novartis-Töchter liegen vorn

Gewinner dieser Runde war Novartis in Gestalt der beiden Töchter 1A Pharma (11 Zuschläge) und Hexal (1 Zuschlag).

Weitere Partner sind die beiden Teva-Töchter ratiopharm und AbZ-Pharma sowie Winthrop, Dexcel und Basics. Jeweils nur einen Zuschlag erhielten Heunet, Aristo Pharma und Axcount.

Am 1. August soll die zweite Staffel an den Start gehen. Mitte Februar hatte die Barmer weitere 69 Wirkstoffe ausgeschrieben. Für diese sowie die Wirkstoffe der ersten Tranche gibt die Barmer nach eigenen Angaben jährlich rund 900 Millionen Euro aus.

Langfristig plant die Barmer, 340 Wirkstoffe unter Selektiv-Vertrag zu nehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »