Ärzte Zeitung, 04.06.2012

Staatliche Gebühr für Adressdaten ärgert Sachsens Kassen

Sachsens Kassen zahlen für Adressen von Frauen, die Anspruch auf Mammographie-Screening haben. Die Rede ist von einer halben Million Euro.

DRESDEN (tt). Sachsens Krankenkassen mussten im vergangenen Jahr fast eine halbe Million Euro an das Kommunale Kernmelderegister zahlen, um Adressen von Frauen übermittelt zu bekommen, die Anspruch auf ein Mammografie-Screening haben.

Diese Zahlen teilte der sächsische vdek jetzt mit. Seit 2007 gibt es in Sachsen ein flächendeckendes Angebot von Screenings für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren - die Gebühren für die Adressvermittlung wurden 2009 deutlich erhöht.

"Nur in Sachsen werden für die Adressbereitstellung durch eine staatliche Stelle Verwaltungskosten erhoben", kritisierte Silke Heinke, Leiterin des vdek Sachsen. "Dieses Geld fehlt in der medizinischen Versorgung."

Mammografie-Screening sehr populär

Gleichzeitig konnte der Verband eine Rekordteilnehmerzahl beim Mammografie-Screening vermelden. Eine Auswertung der Zahlen von 2009 durch die "Kooperationsgemeinschaft Mammografie", jüngere Gegenüberstellungen liegen laut einem vdek-Sprecher nicht vor, habe ergeben, dass etwa 69 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen das Früherkennungsprogramm genutzt hätten, mehr als in allen anderen Bundesländern. Jede fünfte Frau habe sich "in Eigeninitiative" zum Screening angemeldet.

Dirk Bunzel, Sprecher des sächsischen vdek, erklärte auf Anfrage der "Ärzte Zeitung", dass die hohe Teilnehmerquote in Sachsen darauf zurückzuführen sei, dass "sehr aktiv um Teilnahme geworben wird".

So organisiere die bei der KV in Chemnitz angesiedelte "Zentrale Stelle Mammografie-Screening" Informationsveranstaltungen in den ländlichen Regionen, die sehr gut angenommen würden.

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