Ärzte Zeitung, 13.06.2012

Kommentar

Gelingt jetzt der große Wurf?

Von Philipp Grätzel von Grätz

Die Herzinsuffizienz-Telemedizin hatte es nicht leicht in letzter Zeit. Lange war nach randomisierten Studien gerufen worden. Als die deutsche TIM-HF-Studie dann solche Daten lieferte, entsprachen die Ergebnisse nicht den Erwartungen.

Nachträglich wurde eine Subgruppe identifiziert, an der sich, so die Hoffnung, Kassen bei neuen Projekten orientieren würden. Bisher ist nichts passiert, auch weil diese Subgruppe - poststationäre Patienten mit schwerer Symptomatik und ohne Depression - nicht alltagstauglich ist.

Nach der "TIM-HF-Pause" haben Kassen neue Projekte aufgelegt, aktuell die IKK Südwest. Dabei wird die Indikation (NYHA II bis IV, ambulant wie stationär) breiter gezogen, als von TIM-HF "vorgeschlagen". Dem Arzt wird so mehr Freiraum zugestanden. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt.

Positiv ist auch, dass bei dem IKK-Projekt über 1000 Patienten angestrebt werden. Das erlaubt Aussagekraft - sofern der Wille dazu da ist. Gefragt ist ein gematchtes Fall-Kontroll-Design unter Einbeziehung professioneller Biostatistiker und anbieterunabhängiger Ökonomen nach internationalen Standards.

Folgte dann noch eine vernünftige Publikation, wäre die Herzinsuffizienz-Telemedizin wirklich einen Schritt weiter.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
IKK Südwest holt Herzpatienten ans Netz

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