Ärzte Zeitung, 11.10.2012

Finanzkennzahlen

Mit der PKV geht’s bergab

Auch die Privatversicherer müssen sich regelmäßig Finanz-Bewertungen stellen. Dieses Mal erkennen die Analysten einen leichten Abwärtstrend – die Finanzkrise hinterlässt Spuren. Es gibt Gewinner und Verlierer.

Mit der PKV geht’s bergab

Leichter Abwärtstrend für die PKV-Unternehmen.

© ferkelraggae / fotolia.com

KÖLN (iss). Die Kapitalmarktkrise hinterlässt auch bei den privaten Krankenversicherern (PKV) ihre Spuren.

Nach dem aktuellen Rating des Analysehauses Morgen & Morgen haben sich die Finanzkennzahlen der Anbieter im Branchenschnitt verschlechtert. Die Spanne zwischen den einzelnen PKV-Unternehmen ist aber nach wie vor groß.

Basis des Ratings von Morgen & Morgen ist die Analyse der Bilanzen aus den Jahren 2007 bis 2011 von 32 Krankenversicherern. Untersucht werden dabei zehn Kennzahlen, darunter die Nettoverzinsung, die Abschlusskostenquote, die Eigenkapitalquote und die Wachstumsraten in der Voll- und der Zusatzversicherung.

Ausschlaggebend für die fünfstufige Bewertung ist das Verhältnis der einzelnen Versicherer zum Durchschnitt des Marktes.

Vier Versicherer "sehr schwach"

Drei Unternehmen heben sich dabei besonders positiv hervor und erhalten das Prädikat "ausgezeichnet": Alte Oldenburger, Debeka und DEVK. Am anderen Ende der Skala befinden sich Axa, Central, Mannheimer und Münchener Verein.

Diese vier Versicherer wurden von den Analysten als "sehr schwach" eingestuft. Neun Unternehmen stufte Morgen & Morgen als "sehr gut" ein, acht als "durchschnittlich" und acht als "schwach".

Das Ergebnis zeige zwar einen leichten Abwärtstrend, das Mittelfeld habe sich aber stark verdichtet, sagt Geschäftsführer Stephan Schinnenburg. "Die Versicherer sind somit näher zusammengerückt und trotz leicht negativem Trend für die Zukunft gut gerüstet."

Auch Schinnenburg geht davon aus, dass die privaten Versicherer auf Dauer den Rechnungszins absenken müssen, mit dem sie die Alterungsrückstellungen der Kunden bedienen. Das wird zu Beitragserhöhungen führen.

Ein solcher Schritt wird in der Branche schon länger diskutiert. Der Rechnungszins liegt zurzeit bei 3,5 Prozent. Im Gespräch ist eine Absenkung auf 2,75 Prozent in 2013.

[16.10.2012, 09:26:44]
Thomas Ludolph 
Rechnungszinssenkung in der privaten Krankenversicherung
Eine Absenkung des Rechnungswesens der PKV Versicherer wäre längst überfällig gewesen. Da eine Rechnungszinsabsenkung aber mit einer Beitragsanpassung über alle PKV-Bestandstarife einhergeht, wird dies aufgrund der aktuellen Diskussion um die Einführung einer Bürgerversicherung verschoben. Die PKV Versicherten werden dann wohl mit einer Anpassung der Beiträge erst zum 1.1.2014 rechnen müssen. In den neuen PKV-Unisextarifen soll wohl der geringere Rechnungszins in Höhe von 2,75 % Bestandteil der Kalkulationsgrundlage sein. Die PKV Versicherer halten sich aber mit der Bekanntgabe der Beiträge und Tarifmerkmale zu den neuen Unisextarifen bisher bedeckt. Diese werden wohl erst kurz vor Einführung der Unisextarife zum 21.12.2012 bekannt gegeben. Entgegen den Erwartungen werden die Beiträge für Frauen in den PKV-Unisextarifen nicht günstiger. Die PKV-Versicherer versuchen damit einen flächendeckenden Tarifwechsel der Frauen aus den bisherigen geschlechtsabhängig kalkulierten PKV-Tarifen in die Unisextarife zu vermeiden. Dies hätte unabsehbare Folgen für die Versichertenkollektive der bestehenden PKV-Tarife. zum Beitrag »

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