Ärzte Zeitung, 11.10.2012

Angekündigt

Erste große Kasse will Praxisgebühr erstatten

BERLIN (af). Erstmals hat eine bundesweit geöffnete Krankenkasse angekündigt, ab 2013 die Praxisgebühr zu erstatten.

Ärzte werden von dem Vorstoß der KKH nicht entlastet. Gegen Vorlage der Quittung aus der Praxis erhalten KKH-Versicherte die Gebühr zurück, wenn sie gleichzeitig Vorsorgeuntersuchungen nachweisen.

Der Verwaltungsrat der TK entscheidet am Freitag über Prämienzahlungen an die 5,7 Millionen Mitglieder.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, hat unterdessen ein Revirement aller Zuzahlungen nach den Wahlen 2013 vorgeschlagen.

[12.10.2012, 10:56:15]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Hütchenspiel?
10 € Praxisgebühr von der rechten Tasche in die linke Tasche: Das sind (derzeit noch unbesteuerte) sinnlose Finanztransaktionen, bei denen wir Ärztinnen und Ärzte zu zahlenden Zuschauern degradiert werden. Unseren administrativen Prüf-, Verwaltungs- und Bürokratieaufwand mit der Praxisgebühr - ja/nein?, in diesem Quartal anderswo schon bezahlt?, chronisch krank und befreit? - beachtet niemand.

Die Praxisgebühr gehört ersatzlos gestrichen, weil sie keinerlei Steuerungsfunktionen hat, Kranke und Ärzte einseitig belastet.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[12.10.2012, 09:33:42]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Nägel mit Köpfen
Die Vorschläge der KKH und der IKK entlarvt die Perversion der Kassendenke: mit dem Ziel der Köderung von Patienten wird noch mehr Bürokratie eingeführt.
Herr Graalmann versucht die Diskussion abzuwürgen.

Es wird endlich Zeit, das deutsche Gesundheitswesen effektiver zu machen.

Wie es aussieht, sind dabei von 160 Krankenkassen 159 überflüssig.
Mit einer Einheitskasse wäre über die Hälfte der Bürokratie mit einem Schlag überflüssig.
Dann könnte man sich auch den Risikostrukturausgleich, die Kassenärztlichen Vereinigungen und diverse Vorstandsposten sparen.

Es hätte nur einen Nachteil: die Politik müsste dann viel klarer Stellung beziehen. Das wird sich keiner trauen.
Deswegen rasen wir sehenden Auges weiter in eine Versorgungskatastrophe - im Zweifelsfalle wird man das Versagen dann den Ärzten anlasten. Zumindest denen, die nicht bis dahin im Ausland sind. zum Beitrag »

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