Ärzte Zeitung, 15.10.2012

Trotz Arzt-Attest

E-Bike bleibt Privatvergnügen

Fortbewegung mit Hilfsmotor - allerdings ohne die Krankenkassen. Nur weil ein Orthopäde für seine Patientin ein E-Bike empfiehlt, muss die Kasse es noch lange nicht bezahlen.

E-Bike bleibt Privatvergnügen

Keine Angelegenheit für die Krankenkasse: E-Bikes.

© Uwe Zucchi / dpa

OLDENBURG (mwo). Die gesetzlichen Krankenkassen müssen kein Fahrrad mit Hilfsmotor bezahlen.

Auch wenn der Arzt das sogenannte E-Bike für eine gute Sache hält, bleibt es ein privates Vergnügen, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Sozialgerichts (SG) Oldenburg.

Die heute 53-jährige Klägerin leidet an Gonarthrose; rechts wurde bereits eine Knieprothese eingesetzt. Mehr als 500 Meter zu gehen bereitet ihr starke Schmerzen, und auch normales Radfahren wird ab zwei Kilometern beschwerlich.

Um trotzdem mobil zu bleiben und ausreichend Bewegung zu sichern, empfahl der behandelnde Orthopäde ihr ein Fahrrad mit Hilfsmotor.

Die Krankenkasse wollte diesfreilich nicht bezahlen und bekam vor dem Sozialgericht nun Recht: E-Bikes würden nicht für kranke und behinderte Menschen hergestellt und seien inzwischen längst weit verbreitet.

Auch junge und gesunde Menschen führen damit zur Arbeit, um Staus und hohen Benzinpreisen zu entgehen. "Sie sind daher als allgemeiner Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens zu qualifizieren und unterfallen nicht der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung."

Az.: S 61 KR 204/11

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »