Ärzte Zeitung, 18.10.2012

Impfstoffe in Bayern

Kassen beharren auf Rabattverträge

MÜNCHEN (sto). Die Krankenkassen in Bayern wollen Impfstoffe auch künftig über Rabattverträge beziehen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme hat die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern jetzt die Forderung des Bayerischen Ärztetages vom vergangenen Wochenende zurückgewiesen, den Paragrafen 132e SGB V, der exklusive Rabattverträge für Schutzimpfstoffe ermöglicht, zu streichen.

Unklare Lieferverzögerungen eines einzelnen Unternehmens dürften nicht Anlass sein, ein erfolgreiches Modell auszuhebeln, heißt es mit Blick auf die aktuellen Lieferengpässe bei Grippeimpfstoffen in Bayern in der Kassen-Erklärung.

Derzeit stünden in Bayern rund 800.000 Impfdosen für die Grippeschutzimpfung zu Verfügung, so die Mitteilung der Krankenkassen. Dabei würden die Impfstoffe laufend vom Großhandel an Apotheken und Ärzte ausgeliefert.

Weitere Lieferungen würden erwartet. "Die Versorgung der an der Grippeschutzimpfung interessierten Versicherten und insbesondere der Risikogruppen ist damit sichergestellt. Der empfohlene Impfzeitraum wird voll und ganz eingehalten", heißt es vonseiten der Kassen.

Die Verordnung der jetzt ausgelieferten Impfstoffe im Sprechstundenbedarf werde von den Krankenkassen akzeptiert.

Derzeit würden darüber hinaus Schadenersatzforderungen gegen Novartis Vaccines geprüft, da das Unternehmen den vereinbarten Grippeimpfstoff bis auf weiteres nicht liefern könne.

Grundsätzlich gebe es keinen Zweifel, dass mit Rabattverträgen auch bei Impfstoffen die Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann.

Forderungen, das Instrument der Ausschreibung aufzuheben, würde lediglich den wirtschaftlichen Interessen der Pharma-Unternehmen entgegenkommen, heißt es darüber hinaus in der Erklärung der Krankenkassenverbände. Es gebe keinen Grund, ein bisher erfolgreiches Modell auszuhebeln.

[18.10.2012, 07:40:17]
Maximilian Micka 
..... ein bisher erfolgreiches Modell......
Sagt mal liebe Kassen....

wollt Ihr uns verarschen?

Das Modell hat HÖCHST AKTUELL gezeigt, daß es eben NICHT erfolgreich ist. Man kann nun mal nicht Viren befehlen "auf 3" in Eiern zu wachsen.
Anderes zu glauben ist nicht nur naiv, sondern sogar gefährlich dumm! Impfstoffe herzustellen ist nicht das gleiche wie Pillen zu drehen!

Ihr zeigt uns aber Gott sei Dank, was Ihr von den Leuten haltet, die Eure Vorstandsgehälter zahlen (was anderes bezahlt Ihr ja scheinbar eh nicht).
Es ist Euch egal
OB Eure Versicherten geimpft werden,
WANN Eure Versicherten geimpft werden und
WIEVIELE Eurer Versicherten krank werden, damit höhere Folgekosten verursachen, vom volkswirschaftlichen Schaden durch Arbeitsausfall ganz zu schweigen,
nur um vordergründig ein paar Cent mehr einzusparen und um hinterrücks den Leistungserbringern ein Bein zu stellen. So durften wir hier an dieser Stelle bereits über die angebliche Impfmüdigkeit der Hausärzte lesen.

Keine Angst, werte Kassen: Wir Hausärzte sagen genau das unseren Patienten, wenn sie wieder vor uns stehen und vergeblich um ihre Impfung bitten.

(Ich frage mich bei der Gelegenheit, wo wir eigentlich sind, im ehemaligen Ostblock oder in der 3. Welt, daß ich meinen Patienten sagen mußte, "wir warten noch auf die Lieferung").

Ich fordere an dieser Stelle die Ersatzkassen auf, nicht wie treublöde Schafe der AOK hinterherzutrotten, sondern nächstes Jahr gefälligst rechtzeitig ihren Versicherten die notwendigen Impfungen zu gewähren, mit der sie sonst immer neue Mitglieder ködern.  zum Beitrag »

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