Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 12.12.2012

KV Thüringen

Praxisgebühr beschert Fehlbetrag

WEIMAR. Die Praxisgebühr hat der Kassenärztlichen Vereinigung in Thüringen (KV) einen sechsstelligen Fehlbetrag beschert.

Grund sind rund 120.000 Mahnverfahren bei Patienten seit Einführung der Gebühr vor acht Jahren, bestätigte die KV einen Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

Durch abgeschlossene und laufende Verfahren ergäben sich ungedeckte Kosten von mehr als 720.000 Euro, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung, Matthias Zenker.

"Wir sind froh, dass das Bürokratiemonster jetzt abgeschafft wird und wir dadurch auch finanziell entlastet werden", so Zenker weiter.

Allerdings wird der Spareffekt von mehreren zehntausend Euro jährlich erst mit Verzögerung einsetzen.

Denn ausstehende Praxisgebühren aus den Vorjahren muss die Kassenärztliche Vereinigung weiterhin für die gesetzlichen Krankenkassen eintreiben, obwohl das ein Zuschussgeschäft ist. Dazu sei sie rechtlich verpflichtet, sagte Zenker.

Nach Wegfall der Praxisgebühr komme nun allerdings wieder eine größere Verantwortung auf die Ärzteschaft zu, sagte KV-Chefin Annette Rommel.

"Hausärzte sollten ihrer Steuerungsfunktion gerecht werden und Fachärzte sollten ihrer Ausrichtung nach in Anspruch genommen werden. Das muss ein sich ergänzender Prozess sein." (rbü)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »