Ärzte Zeitung, 28.01.2013

Fehlverhalten

Importierte Zytostatika im Fokus der AOK

In Bayern ist die AOK zuletzt insgesamt 4000 Verdachtsfällen von Fehlverhalten nachgegangen. Ein Hauptaugenmerk: Zytostatika.

MÜNCHEN. Mehr als 4000 Verdachtsfälle von Fehlverhalten im Gesundheitswesen haben Mitarbeiter der AOK Bayern nach eigenen Angaben in den Jahren 2010 und 2011 aufgedeckt.

Den Schaden daraus beziffert die AOK mit 7,1 Millionen Euro, davon seien 6,4 Millionen Euro erfolgreich zurückgefordert worden. Betroffen seien fast alle Bereiche wie Arzneimittel, ärztliche Honorarabrechnungen, Häusliche Krankenpflege/Pflege sowie Hilfs- und Heilmittel.

Ein Ermittlungsschwerpunkt der AOK waren illegal importierte Onkologie- und Zytostatikapräparate, so der gesetzlich vorgeschriebene Fehlverhaltensbericht für die Jahre 2010/2011.

Dabei hätten Apotheken in ganz Bayern in Deutschland nicht zugelassene billige Importpräparate an Patienten abgegeben, diese jedoch mit der AOK als teure deutsche Originalpräparate abgerechnet.

Inzwischen gebe es 25 laufende Ermittlungsverfahren bei bayerischen Staatsanwaltschaften, teilte die AOK mit. Der Schaden belaufe sich auf bis zu sieben Millionen Euro.

Darüber hinaus gab es zusätzlich durch Prüfroutinen in mehr als 28.000 Fällen Abrechnungsprüfungen auf Plausibilität und Rechtmäßigkeit. Durch diese und durch weitere Prüfungen seien bislang 10,3 Millionen Euro zurückgeholt worden, meldet die Kasse.

Die Bedingungen, Fehlverhalten wirkungsvoll zu begegnen, seien verbesserungsbedürftig, sagte Bayerns AOK-Chef Dr. Helmut Platzer.

"Für eine effizientere Bekämpfung ist eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft mit Spezialisierung auf die komplexen Gegebenheiten im Gesundheitswesen unerlässlich", so Platzer. Zudem sei es sinnvoll, regionale Gruppen aus spezialisierten Ermittlungsbeamten zu bilden. (sto)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ernährungsfanatiker leiden oft an Essstörung

Nur noch Steinzeitdiät oder doch lieber frugan? Wer seine Ernährung übertrieben einengt, ist oft an einer Bulimie oder Anorexie erkrankt. Unser Autor Thomas Müller hat diese Erkenntnis vom DGPPN mitgebracht. mehr »

Aus für größte deutsche Krebsstudie

Die Prostatakrebsstudie PREFERE wird vorzeitig beendet. Der Grund für das Aus der bislang größten deutschen Krebsstudie ist die geringe Zahl der eingeschriebenen Patienten. mehr »

Beim Rauchen gibt es keine sichere Dosis

Langzeit-Raucher sterben früher – und zwar auch dann, wenn sich ihr Konsum auf nur wenige Zigaretten am Tag beschränkt. mehr »