Sonntag, 30. August 2015
Ärzte Zeitung, 19.04.2013

Beitragsrückstände

Zinslast für Schuldner soll weiter sinken

BERLIN. Die Union will an dem geplanten Notlagentarifgesetz noch einmal feilen. Schuldner der Gesetzlichen Krankenversicherung sollen eventuell nur noch sechs Prozent Zinsen im Jahr auf Beitragsrückstände zahlen müssen.

Das hat der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, am Donnerstag in Berlin mitgeteilt. Bislang ist eine Reduzierung der Zinslast von derzeit 60 Prozent im Jahr auf zwölf Prozent geplant.

Rücklagefrist begrenzen

Es müsse auch geregelt werden, was mit den Altfällen geschehen solle - denn viele Menschen hätten sich bereits durch Beitragsrückstände enorm verschuldet, so Spahn.

Hierzu seien Regelungen notwendig, die es den Kassenvorständen ermöglichten, Schulden auch zu erlassen.

Die Rückzahlungsfrist sollte, ähnlich wie es bereits in der PKV geregelt ist, auf sechs bis zwölf Monate begrenzt werden. Bislang liegt sie bei bis zu fünf Jahren.

Die große Koalition habe 2007 festgelegt, dass die Hemmschwelle, die Beiträge nicht zu zahlen, hoch sein müsse. Die Folgen seien aber fatal, sagte Spahn. "Für Geringverdiener wird es nahezu unmöglich, in eine Krankenversicherung zurückzukehren", so Spahn.

Denn sobald sie wieder arbeiteten, seien sie aufgrund der Rückstände und der Zinsen sofort hoch verschulet. (sun)

|
Topics
Schlagworte
Krankenkassen (14722)
Personen
Jens Spahn (629)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Flüchtlinge in Europa: "Ich bin dankbar, dass ich jetzt hier bin"

Immer mehr Flüchtlinge strömen nach Westeuropa. Viele Länder sind mit den Massen überfordert, die Stimmung heizt sich auf. Einblicke in die Lage auf den griechischen Inseln und in anderen Teilen Europas - mit Video. mehr »

KBV-Befragung zeigt: Lange Wartezeiten für die meisten Patienten kein Problem

Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin - ist das nur eine Illusion? Laut aktueller KBV-Versichertenbefragung jedenfalls sind fast zwei Drittel der Patienten mit der Terminvergabe zufrieden. KBV-Chef Dr. Andreas Gassen räumt aber auch Probleme ein. mehr »

Pro Jahr: Arztpraxen buttern vier Milliarden Euro in Bürokratie

In Arzt- und Zahnarztpraxen werden im Jahr vier Milliarden Euro für Bürokratie ausgegeben. Zu diesem Ergebnis kommt der Nationale Normenkontrollrat in einer Untersuchung gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Selbstverwaltung. mehr »