Sonntag, 23. November 2014
Ärzte Zeitung, 19.04.2013

Beitragsrückstände

Zinslast für Schuldner soll weiter sinken

BERLIN. Die Union will an dem geplanten Notlagentarifgesetz noch einmal feilen. Schuldner der Gesetzlichen Krankenversicherung sollen eventuell nur noch sechs Prozent Zinsen im Jahr auf Beitragsrückstände zahlen müssen.

Das hat der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, am Donnerstag in Berlin mitgeteilt. Bislang ist eine Reduzierung der Zinslast von derzeit 60 Prozent im Jahr auf zwölf Prozent geplant.

Rücklagefrist begrenzen

Es müsse auch geregelt werden, was mit den Altfällen geschehen solle - denn viele Menschen hätten sich bereits durch Beitragsrückstände enorm verschuldet, so Spahn.

Hierzu seien Regelungen notwendig, die es den Kassenvorständen ermöglichten, Schulden auch zu erlassen.

Die Rückzahlungsfrist sollte, ähnlich wie es bereits in der PKV geregelt ist, auf sechs bis zwölf Monate begrenzt werden. Bislang liegt sie bei bis zu fünf Jahren.

Die große Koalition habe 2007 festgelegt, dass die Hemmschwelle, die Beiträge nicht zu zahlen, hoch sein müsse. Die Folgen seien aber fatal, sagte Spahn. "Für Geringverdiener wird es nahezu unmöglich, in eine Krankenversicherung zurückzukehren", so Spahn.

Denn sobald sie wieder arbeiteten, seien sie aufgrund der Rückstände und der Zinsen sofort hoch verschulet. (sun)

|
Topics
Schlagworte
Krankenkassen (13986)
Personen
Jens Spahn (585)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Obamacare: Das hat die Reform für US-Familien gebracht

Wird alles besser mit Obamacare? In Washington State im Nordwesten der USA hat die "Ärzte Zeitung" bei Familien nachgefragt, ob und wie sich das neue Krankenversicherungs­system auf ihr Leben auswirkt. mehr »

Schneller zum Arzt: TK füllt Ärzten den Terminkalender

Die geplanten Termin-Servicestellen sind Ärzten ein Dorn im Auge. Jetzt geht die Techniker Krankenkasse mit einem eigenen Vorschlag voran, der Patienten schneller einen Termin vermitteln soll. Für Ärzte bietet die Kasse Sonderkonditionen an. mehr »

Entwarnung in Hamburg: Ebola-Verdachtsfall bestätigt sich nicht

Nachdem ein Jugendlicher in einer Hamburger Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge Medienberichten zufolge typische Ebola-Symptome gezeigt hatte, gibt es nun Entwarnung: Der Teenager ist nicht mit dem tödlichen Virus infiziert. mehr »