Ärzte Zeitung, 19.04.2013

Beitragsrückstände

Zinslast für Schuldner soll weiter sinken

BERLIN. Die Union will an dem geplanten Notlagentarifgesetz noch einmal feilen. Schuldner der Gesetzlichen Krankenversicherung sollen eventuell nur noch sechs Prozent Zinsen im Jahr auf Beitragsrückstände zahlen müssen.

Das hat der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, am Donnerstag in Berlin mitgeteilt. Bislang ist eine Reduzierung der Zinslast von derzeit 60 Prozent im Jahr auf zwölf Prozent geplant.

Rücklagefrist begrenzen

Es müsse auch geregelt werden, was mit den Altfällen geschehen solle - denn viele Menschen hätten sich bereits durch Beitragsrückstände enorm verschuldet, so Spahn.

Hierzu seien Regelungen notwendig, die es den Kassenvorständen ermöglichten, Schulden auch zu erlassen.

Die Rückzahlungsfrist sollte, ähnlich wie es bereits in der PKV geregelt ist, auf sechs bis zwölf Monate begrenzt werden. Bislang liegt sie bei bis zu fünf Jahren.

Die große Koalition habe 2007 festgelegt, dass die Hemmschwelle, die Beiträge nicht zu zahlen, hoch sein müsse. Die Folgen seien aber fatal, sagte Spahn. "Für Geringverdiener wird es nahezu unmöglich, in eine Krankenversicherung zurückzukehren", so Spahn.

Denn sobald sie wieder arbeiteten, seien sie aufgrund der Rückstände und der Zinsen sofort hoch verschulet. (sun)

|
Topics
Schlagworte
Krankenkassen (15559)
Personen
Jens Spahn (632)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Unterquoten bei Internisten denkbar

GBA-Chef Hecken hat im Interview mit der "Ärzte Zeitung" erste Neuerungen in der künftigen Bedarfsplanung verraten. Auch spricht er darüber, wie Ärzte über die Wirtschaftlichkeit einer Verordnung informiert werden sollen. mehr »

Blutzuckersenker mit eingebautem Herzschutz

Neue Antidiabetika sorgen für Furore, weil sie neben Blutzucker auch das Herztodrisiko senken. Sind sie eigentlich noch als Antidiabetika zu bezeichnen oder sind es nicht eher Herzmedikamente mit Blutzuckersenkung als erfreulichem Begleiteffekt? mehr »

Wenn ein Hausbesuch angefordert wird

Die Ehefrau eines Patienten ruft in der Praxis an und bittet den Arzt um einen Hausbesuch, da der Patient nicht in die Praxis kommen könne. Wie lässt sich diese telefonische Anfrage korrekt abrechnen? Unser Abrechnungsexperte klärt auf. mehr »