Ärzte Zeitung, 03.09.2013

Merkel

MDK-Prüfpraxis wird zum Prüffall

BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Bewilligungspraxis der gesetzlichen Krankenkassen auf den Prüfstand stellen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hatte im August mitgeteilt, dass Kassen jährlich in Hunderttausenden Fällen Zahlungen an ihre Versicherten für Krankengeld, Reha oder Hilfsmittel ablehnen.

Patientenberater hatten angegeben, es gebe mehr Beratungsfälle in dem Bereich. "Wir gehen solchen Vorwürfen nach", sagte Merkel am Dienstag im Bundestag.

Der MDK hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass er 2012 rund 1,46 von 35 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit begutachtet habe - 100.000 weniger als noch 2011. In 230.000 Fällen (rund 16 Prozent) kamen die Gutachter zu dem Schluss, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht fortgesetzt werden müsse. Diese Ergebnisse seien seit Jahren konstant, erklärte der MDK.

Am Sonntag hatte die Kanzlerin beim TV-Duell - gefragt nach der Ablehnung von Leistungen durch Kassen - noch erklärt, "im Großen und Ganzen" erhielten die Versicherten die Leistungen, die sie brauchen.

Sie deklarierte deren Beschwerden als "Einzelfälle" und verwies auf das Patientenrechtegesetz, das die Rechte der Versicherten gestärkt habe. (dpa/fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »