Ärzte Zeitung online, 19.09.2013

Brief an Kunden

Barmenia warnt Kunden vor Bürgerversicherung

Der Krankenversicherer Barmenia mischt mit einem Schreiben an seine Kunden im Wahlkampf mit. Der Unternehmensvorstand warnt ausdrücklich vor den Plänen von SPD und Grünen.

BERLIN. Ein Schreiben der privaten Krankenversicherung Barmenia an ihre Versicherten stößt bei den Grünen im Bundestag auf Empörung.

Im Brief des Barmenia-Vorstands an die rund 230.000 Kunden ist zu Beginn noch von einem "richtungsweisenden Jahr für unser Gesundheitswesen" die Rede.

Dann geht es schnell zur Sache: SPD und Grüne wollten mit der Bürgerversicherung eine "Einheitskrankenversicherung" schaffen. Die PKV werde es dann "in absehbarer Zeit nicht mehr geben".

Nur wer mit "guten finanziellen Möglichkeiten ausgestattet" ist, könnte sich dann künftig noch "Spitzenmedizin erkaufen". "Wollen Sie das?", heißt es weiter in dem Schreiben.

Für Birgitt Bender, gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, zeigt das Schreiben "eine neue Dimension" des Eingriffs von Unternehmen in den Bundestagswahlkampf.

"Private Unternehmen missbrauchen die ihnen vorliegenden Versichertendaten und -gelder dazu, im Vorfeld der Bundestagswahl ihre Versicherten mit indirekter Wahlwerbung für Union und SPD ungefragt zu belästigen", erklärt Bender.

Aus Sicht der Grünen zeigt die Aktion, "wie sehr die Branche eine Bundesregierung fürchtet, die endlich die Zwei-Klassen-Medizin beendet und dafür sorgt, dass auch Krankenversicherer daran gemessen werden, was sie zu einer guten Gesundheitsversorgung beitragen".

Abwanderung verärgerter Kunden müsse die Barmenia nicht fürchten, kommentiert Bender. Weil Versicherte im Fall eines Wechsels einen großen Teil ihrer Altersrückstellungen verlieren würden, befänden sie sich in "babylonischer Gefangenschaft" ihres Krankenversicherers. (fst)

[19.09.2013, 13:33:10]
Dr. Hans-Albert Reins 
Angst der PKV´s
wie die Barmenia hat auch die Hallesche KV ein Rundschreiben an ihre
"babylonisch" gefangenen Mitglieder verschickt. Die Briefe zur Beitragserhöhung ab 2014 werden natürlich erst nach der Bundestagswahl versendet. Die PKV´s haben Existenzangst.
Warum kann die PKV nicht einsehen das ihre Kunden nur so behandelt werden wollen wie sonst in allen anderen Geschäftsbeziehungen möglich,
die freie Wahl des Vertragspartners (hier PKV) nach angemessenen Fristen muss möglich sein. Jeder Vertrag ist kündbar, nur eine PKV-Mitgliedschaft defacto nie. In der Hoffung auf eine lange überfällige Veränderung in diesem Punkt. zum Beitrag »
[19.09.2013, 07:51:11]
Carsten Windt 
PKV im Wahlkampf
Da empörensich Politiker von SPD/Grüne und Linke unisono, dass hier Wahlkampf von der PKV betrieben werde. Die gleichen Politiker die nach Rettungsmaßnahmen für Opel und Schlecker riefen (Unternehmen die unter falscher Führung in der Krise waren/sind)empören sich, dass gesunde Unternehmen sich wehren, wenn sie genau von diesen Unternehmen kaputt gemacht werden sollen. und wir reden hier nicht von 14000 Verkäuferinen bei Schlecker oder 10000 Arbeiter bei Opel. Hier werden mindestens 70000 (laut Ver.di) gut bezahlte (und auch gut steuerzahlende) Arbeitsplätze in der Versicherung und einige 10000 Arbeitsplätze im Gesundheitswesen vernichtet werden. Letztlich wird auch noch das gut funktionierende Gesundheitswesen gefährdet. Letztlich kommt dabei nur eine schlechtere GKV heraus mit den gleichen Macken wie in England, Holland, Schweden und all den Ländern die eine Zwangsversicherung kennen. Einheitliche "mindest"-Leistungen zu teueren Preisen oder wie im steuerfinanzierten System Englands ein System mit noch geringeren Leistungen ohne Arztwahl aber langen Wartezeiten.  zum Beitrag »

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