Ärzte Zeitung, 21.03.2014

Darmkrebsvorsorge

Barmer GEK zahlt Bayern immunologischen Stuhltest

Barmer-Versicherte in Bayern müssen immunologische Tests zur Darmkrebsvorsorge nicht mehr selbst bezahlen - das übernimmt jetzt die Kasse.

MÜNCHEN. Zur Verbesserung der Darmkrebsprävention bietet die Barmer GEK ihren Versicherten in Bayern immunologische Stuhltests (i-FOBT) an, die treffsicherer sind als der herkömmliche Okkultbluttest.

Der immunologische Stuhltest erkennt humanes Hämoglobin aus dem unteren Darmtrakt mit hoher Sensitivität, erläuterte Dr. Thomas Giese von der Barmer GEK.

Dadurch erhöhe sich der Anteil der erkannten Darmkrebsvorstufen um mehr als das Doppelte. Andererseits gebe der Test bei unauffälligem Befund zuverlässig Entwarnung. Der Anteil präventiver Abklärungs-Koloskopien könne so gesenkt werden.

Um die Teilnahme an Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen zu erhöhen, weist die Barmer GEK bereits seit Mai 2013 als erste Krankenkasse in Bayern ihre Versicherten mit einem Einladungsschreiben darauf hin, dass sie Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung und einen Stuhlbluttest haben.

Test noch keine generelle Kassenleistung

Um die Treffsicherheit dieser Untersuchung zu erhöhen, kann jetzt ein immunologischer Test gemacht werden. Dieser Test sei noch keine Kassenleistung und werde daher als individuelle Gesundheitsleistung vergütet, erläuterte der Landesgeschäftsführer der Barmer GEK Gerhard Potuschek.

Immunologische Stuhltests werden derzeit in großer Zahl und in unterschiedlichen Ausprägungen angeboten, erklärte Professor Jürgen Riemann, Vorsitzender der Stiftung LebensBlicke, die das Projekt unterstützt.

Der Einsatz der Stuhltests werde deshalb wissenschaftlich begleitet, um so herauszufinden, welcher Test am besten geeignet ist, berichtete Giese. Dabei spielten neben wirtschaftlichen Überlegungen auch die Akzeptanz des Tests bei den Versicherten sowie die klinische Wirksamkeit der Untersuchung eine Rolle.

Mit der wissenschaftlichen Begleitung leiste die Barmer GEK in Bayern wichtige Vorarbeit für die Einführung immunologischer Stuhltests in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, die voraussichtlich 2016/17 komme, erklärte Potuschek.

Er erwarte, dass sich die Zahl der Tests, die für ein Screening geeignet sind, bereits "in den nächsten Monaten eingrenzen" wird. (sto)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »