Ärzte Zeitung, 14.07.2014

Kommentar zur GKV-Finanzreform

Zurück in die alte Welt

Kopfpauschalen hat der Bundesrat am Freitag abgeschafft. Das kann eine Chance für mehr Wettbewerb um Qualität sein.

Von Helmut Laschet

Die vor zehn Jahren von der Union, unterstützt durch prominente Ökonomen und einer vom ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog geleitete Kommission, promovierte "Kopfpauschale" ist am vergangenen Freitag endgültig vom Bundesrat beerdigt worden.

GKV-Beiträge werden nur noch prozentual vom Einkommen erhoben, der komplizierte Sozialausgleich entfällt.

Ein Rest von Preiswettbewerb über den zusätzlichen von den Kassen autonom festzulegenden Beitragssatz wird bleiben. Aber das kräftige Signal, das vom Euro-Zusatzbeitrag ausgegangen ist, verblasst.

Das kann auch eine Chance sein, dass der Wettbewerb um Qualität und bessere Versorgung wieder etwas stärker in den Vordergrund rückt. Das würde zu den Qualitätsbestrebungen der großkoalitionären Gesundheitspolitik passen.

Wettbewerb mit Qualität setzt allerdings voraus, dass die Kassen die Gestaltungsmöglichkeiten dafür haben. Das scheitert gegenwärtig an der Allzuständigkeit des GKV-Spitzenverbandes und einem immer mächtiger werdenden Bundesausschuss , über den alles und jedes - auch die Qualität - einheitlich geregelt wird. Hier ist Nachdenken angesagt, um den Akteuren - Kassen wie Ärzten - Pluralismus zu ermöglichen.

Lesen Sie dazu auch:
Bundesrat: Weg frei für GKV-Finanzreform

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16322)
Personen
Helmut Laschet (1268)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »