Ärzte Zeitung online, 24.10.2014

Beitragssatz

KBV warnt vor Wettrennen der Kassen

Die AOK Plus hat angekündigt, ihren Beitragssatz ab Januar zu senken. Jetzt warnt die KBV davor, dass andere Kassen diesem Beispiel zu folgen. Ihre Befürchtung: Der GKV könnten dann bis zu zehn Milliarden Euro fehlen.

BERLIN. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt vor einem Wettrennen der Krankenkassen um den günstigsten Beitragssatz.

Einen Tag, nachdem die AOK Plus angekündigt hatte, ihren Beitragssatz ab Januar 2015 um 0,6 Prozentpunkte auf 14,9 zu senken, betonte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen in einer Mitteilung: "Allen, die sich darüber freuen, muss klar sein, dass das gesparte Geld in der Versorgung der Patienten fehlt."

Er gehe davon aus, dass weitere Krankenkassen dem Beispiel der AOK Plus folgen und ihren Beitragssatz senken werden, heißt es in der Mitteilung weiter. "Damit beginnt ein gefährlicher Wettbewerb zulasten der Kranken", kritisiert Gassen.

Der KBV-Chef warnte davor, dass den gesetzlichen Krankenkassen rund zehn Milliarden Euro fehlen könnten, sollten alle diesem Beispiel folgen.

"Es kann nicht sein, dass die Krankenkassen bei ihren Versicherten höhere Erwartungen schüren und kürzere Wartezeiten bei Arztterminen fordern, aber nicht ausreichend Geld bereitstellen wollen." (eb)

[26.10.2014, 08:57:06]
Jörg Kilzer 
Bürgerversicherung als Möglichkeit
Um genügend Geld für die Krankenkassen zu bekommen, muss die Bürgerversicherung eingeführt werden, in die jeder nach seiner Leistungsfähigkeit einzahlt. Es geht nicht an, dass Jemand, der mehrere Hunderttausend Euro, oder Millionen Euro verdient nur ein paar Hundert Euro für seine Privatversicherung zahlt. Der kleine Angestellte allerdings ca. 15% seines Verdienstes abgeben muss, was dann absolut einem ähnlichen finanziellen Wert hat.
Auch der Millionär sollte 15% bezahlen, damit er sich, entsprechend seiner finanziellen Leistungsfähigkeit, an den gesellschaftlichen Gesundheitskosten beteiligt. Eine Abgabenverpflichtung sollte bei allen Deutschen Staatsbürgern bestehen, auch bei denen, die eine doppelte Staatsbürgerschaft haben.
Dann wird genügend Geld vorhanden sein und die wirklich Reichen werden entsprechend ihrer Leistungfähigkeit zur Finanzierung des Gesundheitssystems herangezogen. Der wirklich Reiche wird trotzdem seine Privatversicherung und damit seine Privilegien, behalten.
Mit diesem Schritt wäre allen Beteiligten geholfen, den Beitragszahlern, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV und auch den Reichen, die weiterhin ihre Privilegien bei Arzt- oder Krankenhausbehandlung behalten könnten.
Da ich selber in der Forensik arbeite, habe mit diesem Abrechnungskram glücklicherweise nichts zu tun. Ich verstehe nicht, warum ein niedergelassener Kollege nur einen Arztbesuch pro Quartal bezahlt bekommt, auch wenn der Patient regelmäßig wöchentlich, krankheitsbedingt, in seine Praxis kommt.
Die Abrechnungsmodalitäten müssten ebenfalls einmal aufgeräumt werden. Es geht nicht an, dass ein Arzt für technische Leistungen(z.B. Labor) bezahlt wird, wenn er diese nicht mehr in seiner Arbeitszeit (10 Std.) erbringen kann. Gelder, die hier abfließen, in die Taschen weniger, sollten den anderen Arztgruppen, die die Patienten auch sehen, zur Verfügung gestellt werden.
Es gibt viel zu tun, beim Abrechnungssystem. Die KBV nicht unschuldig an dem ungerechten Abrechnungssystem. Man fragt sich auch, was kürzere Wartezeiten mit mehr oder weniger Geld zu tun haben. Entweder hat der Arzt Zeit oder er hat keine. Geld bringt sicherlich keine Zeitverkürzung. zum Beitrag »

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