Ärzte Zeitung, 05.02.2015

Kommentar zu Landesbasisfallwert

Aus gutem Grund gescheitert

Von Dirk Schnack

Keine Einigung wegen einer Differenz von 5,42 Euro. Um diesen Betrag liegen das Angebot der Krankenkassen und die Vorstellungen der Krankenhäuser über den neuen Landesbasisfallwert in Schleswig-Holstein auseinander.

Anders ausgedrückt: Man ist noch ganze 0,17 Prozent vom Gesamtwert auseinander. Sieben andere Bundesländer haben sich schon auf den von den Kassen angebotenen Wert verständigt.

Die Konsequenzen der gescheiterten Verhandlungen sind immens: Verzögerung um mehrere Wochen, in denen die Kliniken ihre Leistungen zum alten, 78 Euro niedrigeren Wert vergütet bekommen.

Nicht ausgeschlossen, dass dies die im besten Fall zu erwartende geringe Erlössteigerung zu großen Teilen schon wieder aufzehrt.

Dass sich die Kliniken dennoch dazu entschlossen haben, die Verhandlungen scheitern zu lassen, hat gute Gründe. Seit Jahren bekommen sie ihre Leistungen zum niedrigsten Wert in ganz Deutschland vergütet.

In vielen Protestaktionen haben sie ihren Unmut über die nach ihrer Ansicht nicht ausreichende Finanzierung öffentlich kundgetan. Die Erwartungen der Klinikchefs und ihrer Mitarbeiter sind entsprechend hoch.

Und die Keim-Krise in Kiel hat deutlich gemacht, dass Krankenhäuser, an denen über Jahrzehnte immer nur gespart wird, Risiken aufweisen. Diese Erkenntnis ist politisch angekommen - welche Folgen das Schiedsamt daraus ableitet, ist offen.

Lesen Sie dazu auch:
Schleswig-Holstein: Keine Einigung auf neuen Basisfallwert

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