Ärzte Zeitung online, 26.08.2015

Sachsen-Anhalt

KV finanziert weiter Studienplätze

Nachwuchsärzte fürs Land sucht die KV Sachsen-Anhalt. Das Bewerbungsverfahren für vier von der KV mitfinanzierte Studienplätze in Witten/Herdecke läuft noch bis Mitte Oktober.

MAGDEBURG. Bis 2025 braucht Sachsen-Anhalt über 800 Hausärzte. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) will deshalb auch künftig Studienplätze für angehende Allgemeinmediziner an der Universität Witten/Herdecke finanzieren. Im Frühjahr 2015 hatte die KVSA erstmals Studienplätze für Humanmedizin an der Universität Witten/Herdecke ausgeschrieben.

Das Auswahlverfahren bei der KVSA ist abgeschlossen, das Bewerbungsverfahren an der Uni läuft derzeit. Beide Einrichtungen hatten vereinbart, jährlich vier Nachwuchsärzte, die künftig Patienten in ländlichen Bereichen Sachsen-Anhalts versorgen wollen, zu unterstützen.

Nicht nur die Abinote zählt

Bis zum 16. Oktober 2015 können sich Interessierte nun direkt bei der KV für das Wintersemester 2016/2017 bewerben. KVSA-Vorstand Dr. Burkhard John erläutert die Hintergründe: "Uns geht es nicht ausschließlich um die Abiturnote, sondern vielmehr darum, junge Nachwuchsärzte zu finden, die sich für den Hausarztberuf und für das Leben auf dem Land begeistern können." Dem Auswahlverfahren bei der KVSA schließt sich das Bewerbungsverfahren an der Universität Witten/Herdecke an.

Die angehenden Ärzte vereinbaren mit der KV, nach Abschluss ihres Studiums eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin zu absolvieren und anschließend in einer Region Sachsen-Anhalts mit hausärztlichem Versorgungsbedarf zu arbeiten. Die Studienplätze werden aus dem Strukturfonds finanziert, den KVSA und Krankenkassen jeweils zur Hälfte unterstützen.

Sie sind ein weiterer Baustein des umfangreichen Förderprogramms, das die KVSA aufgelegt hat, um Medizinstudierende an die Tätigkeit des Hausarztes auf dem Land heranzuführen.

John: "Die Erfahrung zeigt, dass das vorrangig klinisch geprägte Studium wenig Raum lässt, um die ambulante Tätigkeit kennenzulernen."

Die Förderung praktischer Studienzeiten in Praxen in ländlich geprägten Regionen, das Angebot von Informationsveranstaltungen, Workshops in den Regionen und der direkte Kontakt mit tätigen Hausärzten sollen helfen, die hausärztliche Tätigkeit in den Fokus der Studierenden zu rücken und sie für eine Zukunft auf dem Land zu begeistern. (zie)

Weitere Infos zum Studium in Witten/Herdecke: www.kvsa.de\studium

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