Ärzte Zeitung online, 22.02.2016

BVA-Bericht

64,1 Milliarden Euro liegen bei den Sozialkassen

NEU-ISENBURG. Mit 26,4 Milliarden Euro entfiel wie im Vorjahr der größte Teil der Mittel auf die 78 gesetzlichen Krankenkassen, die dem BVA Ende 2014 unterstellt waren sowie mit 26,1 Milliarden Euro auf die beiden Rentenversicherungsträger DRV Bund und DRV Knappschaft-Bahn-See. Das entspreche 41,1 Prozent des Gesamtanlagevolumens (Krankenkassen) und 40,8 Prozent (Rentenversicherungsträger), so das Bundesversicherungsamt.

Die restlichen Mittel in Höhe von 11,6 Milliarden Euro verteilen sich auf die bundesunmittelbaren Unfallversicherungsträger, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau und die Künstlersozialkasse. Als bundesunmittelbar gelten die Krankenkassen, deren Zuständigkeitsbereich sich über mehr als drei Bundesländer erstreckt. Krankenkassen, deren Tätigkeitsgebiet auf bis zu drei Bundesländer beschränkt ist, unterliegen der Landesaufsicht.

 Dazu gehören zum Beispiel die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). BVA-Präsident Frank Plate geht davon aus, dass sich der Vermögensbestand der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung in den nächsten Jahren verringern wird.

„Die liquiden Mittel, die den Krankenkassen zum Ausgleich der Einnahme- und Ausgabenschwankungen zur Verfügung stehen, sind infolge von Kostensteigerungen und verringerter Bundeszuschüsse von 2013 auf 2014 bereits um rund 2,5 Milliarden Euro gesunken. Auch in der Gesetzlichen Rentenversicherung zeichnet sich ein Rückgang der Nachhaltigkeitsrücklage ab“, so Plate in einer Mitteilung des BVA.

Deshalb sei es wichtig, eine riskante Anlagepraxis zu vermeiden. Das derzeit noch hohe Geldvermögen der großen Sozialversicherungsträger sei liquide und sicher angelegt. Die ordnungsgemäße Anlage des Vermögens gerade in Zeiten niedriger Zinsen werde vom BVA weiter schwerpunktmäßig überprüft, versichert der BVA-Präsident.

Die Sozialversicherungsträger legen ihre Gelder überwiegend kurz- bis mittelfristig an – bis drei Jahre. Der größte Teil des Anlagenvolumens in Höhe von 54,1 Milliarden Euro entfällt auf Einlagen (84,3 Prozent). Außerdem wurden 3,7 Milliarden Euro (5,8 Prozent) in Wertpapiere investiert und 6,3 Milliarden Euro (9,9 Prozent) in Investmentvermögen.

Anteile an Investmentfonds werden laut BVA vor allem erworben, um die gesetzliche Pflicht zum Aufbau eines Kapitalstocks für zukünftige Alterversorgungsverpflichtungen nachzukommen. (eb)

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