Ärzte Zeitung, 29.02.2016

Kassenfinanzen

340 Millionen Euro Defizit bei der DAK

BERLIN. Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr ihre Reserven stark abschmelzen müssen. Nach einem Bericht der "FAZ" verbuchten die Kassen 2015 ein Defizit von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Rücklagen sanken im Vergleich zu 2014 um eine Milliarde auf 14,5 Milliarden Euro.

Das größte Defizit bei einer Einzelkasse erwirtschaftete die DAK Gesundheit. Die drittgrößte Kasse mit rund sechs Millionen Versicherten fuhr ein Minus von 340 Millionen Euro ein, sagte ein DAK-Sprecher der "Ärzte Zeitung".

Die Kasse hatte Anfang des Jahres den Zusatzbeitrag um 0,6 Punkte auf insgesamt 16,1 Prozent erhöhen müssen. Angaben der "FAZ" zufolge beträgt das Minus bei den sechs Ersatzkassen mit rund 26 Millionen Versicherten 532 Millionen Euro.

Während das AOK-System mit einem Verlust im einstelligen Millionenbereich praktisch eine schwarze Null schreiben soll, verzeichnen die Innungskrankenkassen mit 346 Millionen Euro ebenso tiefrote Zahlen wie die Betriebskrankenkassen, bei denen das Minus mit 290 Millionen Euro etwas geringer ausfallen soll.

Nach Angaben einer Sprecherin des GKV-Spitzenverbands dürfte das Bundesgesundheitsministerium in dieser Woche die offiziellen Zahlen für 2015 bekannt geben.

Unterdessen schmort der Streit über die paritätische GKV-Beitragsfinanzierung im Bundesrat weiter in den Ausschüssen.

Der Antrag von sieben Ländern, die eine Rückkehr zur Beitragsparität fordern, wurde vergangenen Freitag nicht im Plenum beraten. Der Vorstoß findet offenbar derzeit keine Mehrheit im Bundesrat. (fst)

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16124)
Organisationen
AOK (6864)
DAK (1458)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »