Ärzte Zeitung online, 03.03.2016

Privatversicherungen

Bis zu 130 Euro mehr im Monat

Allein beim zweitgrößten deutschen Privatversicherer DKV müssen Hunderttausende Kunden künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sagt, für die Privatversicherungen gehe es "ans Eingemachte".

BERLIN. Hunderttausende Privatpatienten müssen künftig deutlich tiefer für ihre Krankenversicherung in die Tasche greifen. Wie der Berliner "Tagesspiegel" am Donnerstag berichtet, steigen bei dem zweitgrößten privaten Krankenversicherer, der DKV, die Tarife pro Monat um bis zu 130 Euro. Über alle Tarife erhöhten sich die Beiträge um 7,8 Prozent, sagte DKV-Sprecherin Sybille Schneider dem Blatt.

Betroffen seien knapp 60 Prozent der rund 880 000 Vollversicherten. Man habe die Steigerungen auf 129,90 Euro im Monat beschränkt, für über 65-Jährige auf 79,90 Euro, sagte die Sprecherin. Um einen noch größeren Beitragssprung zu vermeiden, habe man 439 Millionen Euro aus Rückstellungen eingesetzt.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wertete die Erhöhung als Beleg dafür, dass es für die private Krankenversicherungen ans "Eingemachte" gehe. Das Neugeschäft breche ein, die Niedrigzinsphase schmälere zunehmend auch die langfristigen Geldanlagen der Versicherer, sagte er dem "Tagesspiegel". Von diesen Problemen seien alle Anbieter betroffen. (dpa)

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16210)
Personen
Karl Lauterbach (647)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Diabetes-Risiken sind alarmierend häufig

Mehr als 21.000 Passanten in Einkaufszentren haben in den vergangenen zehn Jahren bei der Aktion "Gesünder unter 7" ihr Diabetes-Risiko abklären lassen. Die Ergebnisse sind dramatisch. mehr »

"Man schafft viel"

Anja Junker ist "Ärztin ohne Grenzen": Vier Einsätze in Afrika und Südamerika hat die 43-Jährige für die Organisation absolviert. Manche brachten sie an die Grenze der Erschöpfung. mehr »

Lösung für Hygienemuffel

Ärzte in Kliniken sind anscheinend oft größere Hygienemuffel als ihre Patienten. Denn sie desinfizieren sich seltener die Hände – gerade in sensiblen Bereichen. mehr »