Ärzte Zeitung, 16.03.2016

Windeln & Co.

Sparkurs der Kassen gestoppt

BERLIN. Minderwertige Inkontinenzprodukte soll vom Markt verschwinden, hat der GKV-Spitzenverband angekündigt. Nach massiven Klagen von Versicherten und einschlägigen Urteilen haben die Kassen die Qualitätsanforderungen für Windeln im Hilfsmittelverzeichnis angehoben.

1,5 Millionen GKV-Versicherte erhalten solche Hilfsmittel und mussten bisher teilweise für funktionierende Windeln noch Aufzahlungen leisten. Von den 2200 gelisteten Produkten würden mehr als 600 nach einer Übergangsfrist vom Markt verschwinden, hieß es.

Man werde "gründlich aufräumen", kündigte Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, an. Erstmals seien zudem einheitliche, verbindliche Vorgaben für die Beratung der Versicherten und zusätzliche Serviceleistungen definiert worden. Dies betreffe auch die Versorgungsmenge.

"Eine individualisierte Bedarfsermittlung ist künftig vorgeschrieben, denn pau-schalisierte Bedarfsmengen dürfen nicht mehr zugrunde gelegt werden", erklärte Kiefer.

Die Opposition im Bundestag hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, die Regierung solle den aus dem Ruder gelaufenen Preiswettbewerb der Kassen stoppen.

Noch im Juli vergangenen Jahres meinte das Bundesgesundheitsministerium, die Ausgabenentwicklung in der GKV deute "nicht auf eine restriktive Genehmigungspraxis durch die Krankenkassen hin".

Allerdings basierten die Qualitätskriterien für Inkontinenzhilfen bisher auf Vorgaben aus dem Jahr 1993. (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »