Ärzte Zeitung, 02.05.2016

Fehlverhalten

AOK Nordost fordert drei Millionen Euro

BERLIN. Die AOK Nordost fordert für die Jahre 2014 und 2015 knapp drei Millionen Euro wegen missbräuchlicher Abrechnung von Leistungserbringern wie Ärzten, Therapeuten oder Pflegediensten zurück.

Die hauseigenen Ermittler seien in dieser Zeit fast 1000 Hinweisen nachgegangen, heißt es. Das seien rund ein Fünftel mehr gewesen als im Vergleichszeitraum 2012/13.

Angezeigt worden seien in der jüngsten Berichtsperiode 240 Fälle. "Manipulierte Rechnungen, fingierte Rezepte und Behandlungen, aber auch Bestechung und Bestechlichkeit - die Liste möglicher Gesetzesverstöße ist leider lang und wir sprechen hier nicht von Bagatellen", so der alternierende Verwaltungsratschef Rainer Knerler. (cw)

[02.05.2016, 23:33:03]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Populistischer Schmu!
Die AOK-Nordost weist für das Rechnungsjahr 2014 Leistungsausgaben über insgesamt 6.435.216.111,09 Euro, also knapp 6,5 Milliarden € aus.
https://portale.nordost.aok.de/unvergessliche_momente/jahresrechnungsabschluss-230982.php
Hinzu kommen noch knapp 322 Millionen Euro Verwaltungs- und sonstige Kosten in 2014. Abschließende Zahlen für 2015 liegen mir nicht vor.

Wenn die AOK Nordost für die Jahre 2014 und 2015 bei Gesamtausgaben von geschätzten 13 Milliarden (!) € nur knapp drei Millionen Euro wegen missbräuchlicher Abrechnung von Leistungserbringern wie Ärzten, Therapeuten oder Pflegediensten zurückfordert, sind das echte "Peanuts":
Weniger als 0,5 Prozent der in diesem Zeitraum aufgelaufenen Verwaltungskosten.
Weniger als 0,023 Prozent der gesamten Leistungsausgaben der AOK-Nordost.

Hinzu kommt, dass missbräuchliche Abrechnungen von Leistungserbringern sich auf Apotheken, Zahnärzte, Heil- und Hilfsmittel-Anwendungen, externe Dienstleister oder Pflegediensten beziehen. Hausärztinnen und Hausärzte sind so gut wie nie dabei!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »

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