Ärzte Zeitung, 11.08.2016

Kleine Anfrage der Linken

Totenschein als GKV-Leistung?

BERLIN. Die Fraktion Die Linke sieht das Verfahren bei der Ausstellung von Totenscheinen kritisch und plädiert dafür, die Leistung in den Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen.

In der Regel müssten die ärztlichen Leistungen zur Feststellung des Todes von Angehörigen gezahlt werden, die mit der Prüfung der ärztlichen Rechnung oft überfordert seien und bisweilen zu hohe Rechnungen zahlten, heißt es in einer Kleinen Anfrage, die die Fraktion an die Bundesregierung formuliert hat.

Denn in der Vergangenheit seien zumindest einige Ärztinnen und Ärzte bestrebt gewesen, die ihrer Meinung nach unterbezahlte Leistung durch die Abrechnungsziffer 50 oder Steigerungsfaktoren zu den Leistungspositionen aufzubessern.

"Eine Prüfung der Rechnung durch die Krankenkasse der oder des Verstorbenen könnte sowohl effektiver und effizienter als auch entlastender und pietätvoller für die Angehörigen sein als die derzeitige Regelung", so die Begründung der Linken.

Möglich sei auch eine steuerfinanzierte und kommunal beziehungsweise durch die Länder administrierte Lösung, die dann auch privatversicherte Verstorbene einschlösse.

"Wir fragen daher die Bundesregierung: Wie hoch wäre die fiktive Mehrbelastung für jedes Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung unter der Annahme, die Kassen würden die Kosten auf ihren Beitragssatz umlegen?" heißt es in dem Papier.

Eine weitere Frage der Linken zielt darauf ab, ob die Kassen nach Meinung der Bundesregierung die ärztlichen Rechnungen effektiver kontrollieren könnten als die Angehörigen.

Eine qualitative Verbesserungsmöglichkeit in der Leichenschau sieht die Partei auch im Einsatz spezialisierter Ärzte. Die Antwort der Bundesregierung wird in der Kalenderwoche 33 erwartet. (bae)

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