Ärzte Zeitung, 05.10.2016

Genehmigung

MS-Patient darf Cannabis zu Hause anbauen

BONN. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat erstmals einem MS-Patienten die Erlaubnis erteilt, Cannabis zu medizinischen Zwecken anzubauen. Zuvor hatte der 53-Jährige sich durch mehrere Instanzen geklagt, das Bundesverwaltungsgericht gab ihm im April dieses Jahres recht.

Der "Erlaubnisinhaber" darf künftig bis zu 20 Cannabis-Pflanzen in seinem Badezimmer anbauen und muss dabei penibel dem BfArM über die Menge der gewonnenen Cannabis-Blüten berichten. Vorräte muss der Patient in einem "Wertschutzbehältnis" sichern.

Die Erlaubnis ist bis 30. Juni 2017 befristet und kann verlängert werden, wenn die Kassen bis dahin nicht die Kosten von Medizinal-Hanf zahlen. Eine entsprechende gesetzliche Regelung bereitet die Bundesregierung derzeit vor. Sie soll voraussichtlich im November abschließend im Bundestag beraten werden.

Patienten, die Medizinalhanf beziehen wollen, müssen bisher bei der Bundesopiumstelle einen Antrag stellen und selbst für die Kosten aufkommen. Rund 800 Patienten haben bisher eine solche Ausnahmegenehmigung erhalten. (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »