Ärzte Zeitung online, 02.03.2009

Hospiz-Stiftung sieht im Fall "Goody" positive Seiten

LONDON (dpa). Das öffentliche Sterben der ehemaligen britischen Big-Brother-Insassin Jade Goody in den Medien hat nach Angaben der Deutschen Hospiz Stiftung vor allem positive Seiten. "Es ist gut, dass wir davon erfahren. Normalerweise bleibt das Sterben in den eigenen vier Wänden, jetzt kommt es einmal raus", sagte der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschutzorganisation, Eugen Brysch, am Montag.

Dadurch würden die Menschen, die an einer tödlichen Krankheit leiden, sowie deren Angehörige und Freunde von "der Sprachlosigkeit" befreit, die sie normalerweise belaste. Es zeige, wie Menschen mit einer tödlichen Diagnose leben und damit ringen.

Goody hatte sich nach einer tödlichen Krebsdiagnose entschieden, ihren Fall in den Medien zu verkaufen (wir berichteten). "In Deutschland bleibt man mit dem Sterben eher in der Isolation. Doch damit an die Öffentlichkeit zu gehen, löst diese Isolation auf", sagte Brysch. "Das gibt den Menschen das Gefühl, ich bin auch noch wichtig." Dass Goody für die Berichterstattung über ihre letzten Wochen Geld bekommt, kritisierte Brysch nicht. "Es ist ein ungewöhnlicher Weg, aber es ist ein guter Weg, das Thema Sterben anzusprechen." Ein solches Beispiel sei in Europa ein "Novum".

Brysch sagte, er halte es für "verlogen", wenn man sich über die Berichterstattung aufregte. "Man kann die Boulevard-Berichterstattung auch nutzen, um ein Thema auf die intellektuelle Ebene zu heben." Kritisch werde es allerdings, wenn der eigentliche "Moment des Sterbens" auch live mitgeschnitten werde. "Der Tod selbst soll privat bleiben. Das ungeschnittene Leid sollten wir nicht sehen", sagte Brysch.

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