Ärzte Zeitung online, 06.08.2009

Witwe will Kind von totem Ehemann

NEUBRANDENBURG (dpa). Eine 29-jährige Frau aus der Region Neubrandenburg wünscht sich ein Kind von ihrem toten Mann. Das Landgericht hat nun zu entscheiden, ob eine Klinik der Witwe die eigenen Eizellen herausgeben muss, in die zu Lebzeiten des Mannes dessen Samen injiziert worden war.

Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, hatten die Eheleute eine In-Vitro-Fertilisation beschlossen. Dabei wird das im Reagenzglas künstlich befruchtete Ei in die Gebärmutter eingesetzt.

Zur Vorbereitung dieser Behandlung hatten Klinikärzte mehrere Eizellen der Frau mit den Spermien ihres Mannes zusammengebracht und tiefgefroren. Der Mann starb danach bei einem Verkehrsunfall.

Die 29-Jährige beabsichtigt einem Gerichtssprecher zufolge nun, sich die Eizellen im Ausland in die Gebärmutter einsetzen zu lassen. In Deutschland stehe dem möglicherweise eine Vorschrift des Gesetzes zum Schutz von Embryonen aus dem Jahre 1991 entgegen. Danach ist es verboten, eine Eizelle mit Samen eines Toten künstlich zu befruchten.

Die Verhandlung ist für den 12. August geplant. Mit einer Entscheidung sei am selben Tag noch nicht zu rechnen. Das Landgericht werde diese "ethisch und rechtlich schwierige Frage", in deren Kern es um die Auslegung des Begriffs "Befruchtung" geht, zumindest erstinstanzlich zu klären haben, sagte der Sprecher. Die Klinik werde die tiefgefrorenen Eizellen bis zur Klärung des Konflikts aufheben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »