Ärzte Zeitung, 31.10.2014

Bayerischer Ärztetag

Versorgung von Flüchtlingen unzulänglich

Verbesserungen bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern hat der Bayerische Ärztetag in Weiden gefordert.

WEIDEN. Ärztliche Initiativen, Kreisverbände und die KV Bayerns haben nach Darstellung des Ärztetages seit mehr als einem Jahr immer wieder Vorschläge unterbreitet, wie die medizinische Versorgung in Einrichtungen, in denen Flüchtlinge untergebracht werden, gewährleistet werden kann, heißt es in einer Entschließung des Ärztetages.

Von den zuständigen Behörden seien solche Vorschläge jedoch bis vor Kurzem noch mit bürokratischen Argumenten abgewehrt worden.

Bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern komme es bei der Erstuntersuchung bereits zu Engpässen bei den Gesundheitsämtern, so dass auf Krankenhausärzte und niedergelassene Ärzte zurückgegriffen werde, erklärte der Ärztetag.

Für diese Ärzte sei es jedoch schwierig festzustellen, welche Leistungen aufgrund welcher gesetzlichen Bestimmungen möglich sind.

Um die medizinische Versorgung in den Unterbringungseinrichtungen gewährleisten zu können, müsse der Staat die entsprechende Infrastruktur mit einer angemessenen personellen Ausstattung, Geräten und Räumen sowie Dolmetschern bereitstellen, forderten die Delegierten.

Zudem forderte der Ärztetag die unbürokratische Übernahme der Kosten von Diagnostik und Therapie bei einer weiterführenden Behandlung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. (sto)

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