Ärzte Zeitung online, 13.02.2009

Organtransplantation ohne Grenzen - Bundesrat skeptisch

BERLIN (eb). Die Vorschläge der EU-Kommission für einen bessern grenzüberschreitenden Organaustausches stoßen beim Bundesrat auf Vorbehalte. Das teilte die Länderkammer am Freitagabend mit.

Zwar begrüßt er die grundsätzliche Absicht für verbesserte Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen und einen höheren Patientenschutz bei der Organtransplantation. Er mahnte aber an, dass viele Details der Richtlinie in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen. Insbesondere die Einrichtung zuständiger Behörden falle nicht in die Zuständigkeit der EU. Lediglich die Anwendung von medizinischen Testverfahren, die Konservierung und Beförderung dürften auf europäischer Ebene geregelt werden.

Darüber hinaus halten die Länder die geplanten Maßnahmen für verfrüht. Wegen des erheblichen bürokratischen Aufwands befürchten sie, dass die Leistungsfähigkeit der nationalen Einrichtungen beeinträchtigt wird. Dies könne zu einer weiteren Verknappung der Organspende führen. Vorrangig müsse deshalb die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten gestärkt werden, in denen das Transplantationssystem noch nicht ausreichend entwickelt sei. Um den illegalen Organhandel international zu bekämpfen, bräuchten gerade die osteuropäischen Staaten Unterstützung beim Aufbau ihrer Gesundheitssysteme.

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