Ärzte Zeitung, 04.06.2009

Kommentar

Kein Tag der guten Nachrichten

Von Thomas Hommel

Der erste Samstag im Juni könnte ein Tag für gute Nachrichten sein: Ein warmer Sommertag lädt zum Spaziergang an der frischen Luft ein und Deutschland freut sich über eine weiter steigende Zahl von Organspendern.

Die Betonung bei diesem Satz liegt auf dem Wörtchen "könnte". Denn auch 2009 kehrt am ersten Juni-Samstag definitiv kein Sommer ein - und die Zahl der Organspender stagniert weiter auf niedrigem Niveau. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich gut 67 Prozent der Deutschen vorstellen können, nach dem Tod ein Organ zu spenden, um das Leben anderer Menschen zu retten.

Fakt nämlich ist: Nur 17 Prozent der Bundesbürger sind überhaupt im Besitz eines Organspendeausweises - und tragen damit die Voraussetzung bei sich, dass ein Organ entnommen werden kann. Daher sind die Wartezeiten für Spenderorgane hierzulande noch immer lang. Und deshalb ist die Zahl derer, die sterben, weil sie nicht rechtzeitig ein neues Organ bekommen, weiterhin hoch. Jeden Tag sind es drei Menschen! Diese und keine andere Zahl sollte uns aufhorchen lassen. Das Thema Organspende muss endlich Stoff für gute Nachrichten bieten!

Lesen Sie dazu auch:
Spenderorgane noch rar
Jeder sechste Deutsche hat den Spenderpass
Organspende - das heißt: ein zweites Leben schenken


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