Ärzte Zeitung online, 23.07.2009

Leichter Anstieg der Organspender - aber es sind nicht genug

FRANKFURT/MAIN (dpa). Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind 623 Menschen nach ihrem Tod Organe entnommen worden, 37 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dank dieser Spender stieg die Zahl zur Verfügung stehender Organe leicht von 1923 auf 1981, teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag in Frankfurt mit.

Allerdings sei die Situation nach wie vor kritisch, sagte der Medizinische Vorstand der DSO, Professor Günter Kirste: "Es wäre falsch, den leichten Aufwärtstrend jetzt zu optimistisch einzuschätzen. Wir haben noch nicht das Niveau von 2007 erreicht."

In den ersten sechs Monaten wurden in Deutschland nach Angaben der DSO 2047 Transplantationen durchgeführt, 63 mehr als im ersten Halbjahr 2008. Dabei wurden auch Spenderorgane aus anderen Ländern des Eurotransplant-Verbundes verwendet. Außer Deutschland gehören diesem Verbund die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Kroatien an.

Es müsse weiterhin alles getan werden, um den schwer kranken Patienten auf der Warteliste zu helfen, sagte Kirste laut Mitteilung. Nur etwa jedem dritten der 12 000 betroffenen Patienten in Deutschland könne jährlich die Chance auf ein neues Leben mit einem Spenderorgan geschenkt werden.

"Es ist wichtig, über Organspende nachzudenken, eine Entscheidung zu treffen und sie den Angehörigen auch mitzuteilen", sagte Thomas Beck, Kaufmännischer Vorstand der DSO. Nach einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stünden zwar über 80 Prozent der Deutschen der Organspende positiv gegenüber, doch nur 17 Prozent hätten auch einen Organspendeausweis.

Die DSO ist die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende. Sie stimmt die Zusammenarbeit mit Eurotransplant und den rund 50 Transplantationszentren in Deutschland ab.

www.dso.de
www.fuers-leben.de

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