Ärzte Zeitung online, 17.12.2009

Israelis mit Spenderausweis ab Januar bei Organ-Vergabe bevorzugt

TEL AVIV (dpa). Wer sich in Israel als Organspender registrieren lässt, bekommt künftig im Notfall bevorzugt selbst ein Organ. Laut einem neuen Gesetz, das im Januar in Kraft tritt, gilt dies auch für Verwandte ersten Grades von Organspendern.

Ärzte um Dr. Jacob Lavee vom Nationalen Transplantationszentrum in Tel Aviv beschreiben die neue Regelung im britischen Fachjournal "The Lancet" (online vorab).

In Israel sind bislang nur wenige Menschen zu Organspenden bereit, vor allem aus religiösen Gründen. Nur etwa 10 Prozent der Erwachsenen haben Spenderausweise, im Vergleich zu mehr als 30 Prozent in vielen westlichen Ländern. Nur in 45 Prozent der Fälle kommt es bei hirntoten Patienten zu Organspenden.

Ein 2006 eingerichtetes Komitee befasste sich vor diesem Hintergrund mit den ethischen, philosophischen, juristischen und medizinischen Aspekten der Organspende. Es empfahl schließlich, dass Organempfänger bevorzugt werden sollten, wenn sie seit mindestens drei Jahren über einen Spenderausweis verfügen.

Ebenso sollten Menschen, die eine Organspende brauchen, Vorrang erhalten, wenn sie Verwandte ersten Grades eines Organspenders sind. Dabei kann es sich um einen gestorbenen oder lebenden Spender handeln.

Eine große Medienkampagne soll die Israelis über die neue Gesetzgebung informieren, von der man sich einen Anstieg der Bereitschaft zur Organspende erhofft.

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