Ärzte Zeitung, 19.01.2010

Kommentar

Mehr Engagement bei Organspenden!

Von Wolfgang Geissel

"Wir dürfen nicht länger zuschauen, wie bei uns drei Menschen täglich auf der Warteliste für ein Spenderorgan sterben", betont die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Auch 2009 hat sich die Situation für Schwerkranke, die dringend ein Organ benötigen, nicht verbessert: Zwar ist die Zahl der Spender leicht gestiegen, aber gleichzeitig ist die Zahl der gespendeten Organe gesunken.

Ob sich die Zahl der Spenden erhöhen lässt, hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen müssen mehr Menschen einer Spende zustimmen. Hier sind auch alle Ärzte gefragt, möglichst viele in ihrem Umfeld von der Dringlichkeit zu überzeugen. Zum anderen müssen sich Krankenhäuser stärker für Spenden engagieren. Es ist die gesetzliche Aufgabe der Kliniken, der Stiftung alle potenziellen Spender zu nennen. Doch gerade hier hakt es, kritisiert die DSO.

Was erreicht werden kann, zeigt Spanien, wo in der Bevölkerung mit 34 Organspendern pro eine Million Einwohner mehr als doppelt so viele Organe zur Verfügung stehen wie in Deutschland (15/Million). Das "spanische Modell" von speziell ernannten Klinikmitarbeitern, die Kontakt zur DSO halten und regelmäßig über die Situation in ihrem Haus berichten, ist ein Anfang und sollte bei uns in jedem größeren Krankenhaus installiert werden.

Lesen Sie dazu auch:
"Zahl der Organspender ist weiterhin alarmierend niedrig"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »