Ärzte Zeitung, 19.10.2011

Sinkt die Zahl der Organspenden wegen Rot-Grün?

Die unter Druck stehende Deutsche Stiftung Organtransplantation stänkert gegen das Gesundheitsministeruim von NRW. Es würde den Einsatz für steigende Organspendezahlen nicht unterstützen, so der Vorwurf. Ist Rot-Grün tatsächlich schlecht für die Organspende?

Sinkt die Zahl der Organspenden wegen Rot-Grün?

Zu wenige Spender? Die Organspendepolitik in Nordrhein-Westfalen steht in der Kritik.

© dpa

KÖLN (iss). In Nordrhein-Westfalen hat sich die unter Druck stehende Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) Ärger mit dem Gesundheitsministerium eingehandelt.

Das Ministerium weist Vorwürfe der Organisation zurück, es würde den Einsatz der DSO für steigende Organspendezahlen nicht unterstützen.

"Verfehlte Organspendepolitik" vorgeworfen

Das hatte die geschäftsführende DSO-Ärztin Dr. Ulrike Wirges im Nachrichtenportal "derwesten.de" der WAZ-Gruppe kritisiert.

Sie warf Ministerin Barbara Steffens (Grüne) danach eine "verfehlte Organspendepolitik" vor und prognostizierte, dass die Organspendezahlen in Nordrhein-Westfalen demnächst wieder rückläufig würden.

Organspende wird regelmäßig thematisiert

Das Ministerium reagiert auf die Vorwürfe mit völligem Unverständnis. Die Behauptung von Wirges, nach dem Regierungswechsel in Düsseldorf von Schwarz-Gelb zu Rot-Grün sei der Gesprächsfaden zwischen der Stiftung und der Landesregierung abgerissen, stimme nicht.

Die Mitte 2005 initiierten Gespräche zur Organspende mit Vertretern aller beteiligten Organisationen seien regelmäßig fortgesetzt worden, die Deutsche Stiftung Organtransplantation sei jedes Mal eingeladen gewesen, betont ein Ministeriumssprecher.

Ministerium fordert Stellungnahme

Er verweist auch darauf, dass Steffens im September im Bundesrat einen Vorschlag zur Änderung des Transplantationsgesetzes vorgelegt hat. Darin macht sich Nordrhein-Westfalen für die Verankerung der Erklärungslösung stark.

Das Ministerium hat den Vorstand der Stiftung um Stellungnahme gebeten, bislang aber noch keine Antwort erhalten.

[19.10.2011, 21:13:03]
P.-H. Volkmann 
Organtransplantation zur Zwangsbeglückung? - Eine Frage persönlicher Ethik
Möchten Sie ein Fremdorgan in sich tragen? Sie selbst? Wirklich?
Ich möchte das keinesfalls! Und dafür gibt es eine ganze Reihe von guten Gründen.

Neben den rein medizinischen Gründen vom OP-Risiko über das Infektions-Risiko durch das eingebrachte Fremdorgan bis zum Abstossungs-Risiko gibt es auch die Frage, ob wir und um welchen Preis wir "ewig leben" müssen. - In einer Welt der Überbevölkerung, der Verschwendung von Ressourcen, des CO2-Anstiegs und der Erderwärmung - der Energiesparlampen?

Als Hausarzt alter Schule weiß ich, daß der Tod für manche moderne Menschen ein Schrecken ist, der am besten gar nicht vorkommt.
Aber Gott sei Dank müssen wir alle eines Tages sterben - nicht gehen, nicht verscheiden, nicht abLeben...sondern sterben! Wenn Sie so wollen, dem Tod ins Auge sehen.
Was kann der Mensch durch eine Organtransplantation gewinnen?
Lebensglück? Lebensverlängerung um jedem Preis - den andere finanziell und die Betroffenen mit ihrer Lebensqualität bezahlen?

Langzeitmedikation, Langzeitnebenwirkungen der Medikamente, lebenslange Unsicherheit, ob oder wann es zu Komplikationen und Abstossungen kommt.
Ich weiß, Komplikationen gibt es offiziell kaum, aber eigenartigerweise habe ich in meinem Praxisumfeld mehrere Patienten, die ihre Transplantationen nicht lange und nur auf einem unzumutbaren Niveau an Lebensqualität überlebten. Ob Lunge, Lunge und Herz, Leber, Leber und Niere - das persönliche Elend war schrecklich, hoffnungslos ohne Ende, und offenbar gibt es eine sehr grosse Zahl an Menschen, die genau dies spüren und für sich instinktiv ablehnen.

Und da gibt es auf der anderen Seite die Gutmenschen, die uns alle unsterblich machen möchten - völlig selbstlos natürlich!?
Die Transplantationsmedizin ist ein Riesengeschäft - für alle Teilnehmer des Medizinbetriebes, egal ob Apparatebauer, Operateur oder Pharmazeut: Ist der Patient erst auf diesem Wege ruiniert, dann verdient es sich ganz ungeniert. - ...und die reichen, im Überfluss wirtschaftenden Sozialkassen drängen sich geradezu, alles zahlen zu dürfen!?

Unser Leben ist mit dem Risiko der Todes verbunden, und dabei handelt es sich nicht um ein Risiko, sondern um eine Gewissheit, eine tödliche Gewissheit. Das moderne Denken konzentriert sich aber leider weniger auf die eigene Gesundheit und Gesunderhaltung als auf schnellen "Lustgewinn"!

Wer lieber nach der Devise "Geiz ist geil!" die billigsten, oft biologisch schlechtesten Nahrungsmittel wählt, um andererseits ein zu teures Auto zu fahren oder eine unsinnige Urlaubsreise ans Ende der Welt zu machen, der hat nach meiner Einstellung keinen Anspruch auf die "Solidarität" der Versicherten, die versuchen, sich durch gesunde Ernährung, durch Sport und sinnvolle Freizeitbeschäftigungen gesund und fit zu halten.

So wenig, wie Griechenland Anspruch auf das Geld der deutschen Steuerzahler hat, nachdem es sich durch Lug und Trug in diese Solidargemeinschaft geschlichen hat, so wenig Anspruch hat derjenige, der seine Gesundheit durch Ignoranz, Unwissenheit oder was auch immer mehr oder minder vorsätzlich ruiniert.

Es gibt Unfälle und andere unverschuldete Ursachen, die eine Transplantation notwendig machen? Ja, das weiß ich auch. Aber ich habe auch wie die meisten von Ihnen im Leben gelernt, daß das Leben gelegentlich hart und ungerecht erscheint - angefangen von der Geburt bei uns in Zentraleuropa oder im afrikanischen Busch, aber auch für unsere Soldaten am Hindukusch, die ungerechterweise ihre Haut zu Markte tragen, weil unsere Politiker das so beschlossn haben - aus Solidarität. Die ethische Grundlage dieser "Solidarität" grüßt unter anderem aus Guantanamo! Mit "Solidarität" kann man offenbar heute jedes logische Argument totschlagen - oder?

Zurück zur Transplantation: Wer sie wirklich will, kann sie als Risiko selber versichern und sich im Gegenzug bereit erklären zur Organspende. Davor hat sich der Aspirant sicherlich genauer mit den grundsätzlichen Fragen zu Leben und Gesundheit auseinandergesetzt...
Wer dann keine Transplantation mehr will, der achtet vielleicht mehr und besser auf seine Gesundheit, um natürlich zu sterben, wenn es an seiner Zeit ist. Und die wird Gott sei Dank nicht von unseren Sozialpartnern und Politikern in NRW oder Berlin bestimmt, sondern von der Natur, vom Schicksal, von Allah oder vom Herrgott, wie immer Sie wollen.
Es wird Zeit, daß jeder wieder seine Verantwortung selber trägt und "die Solidargemeinschaft" für Schicksalsschläge bereitsteht, die der Einzelne nicht allein tragen kann.
Helfen ja und gern, aber keine Zwangsbeglückung mit Transplantation - oder auch mit künstlicher Befruchtung, die ich unter ganzheitlichen Aspekten ebenso konsequent ablehne.
Ewiges Leben ist genauso wenig ein Anspruch nach Kassenlage wie ein eigenes Kind.
Beides wir geschenkt und genommen, wenn es an der Zeit ist. Wir können nur durch Vernunft, durch naturnahes Ernähren und Verhalten zum Gelingen unseres eigenen, höchst privaten Lebens beitragen.

Der moderne Mensch scheint zuweilen recht schizophren:
Man macht Schulden ohne Zahl - aber immer weniger mehr?!
Man baut weiter neue Straßen - die alten verlottern ohne Skrupel
Man baut weiter neue Brücken - die alten verlottern ohne Skrupel
Man verordnet Energiesparlampen - und vergeudet Energie am Hindukusch
Man verordnet Abgasuntersuchungen für alles - und jeder fliegt um die Welt oder in den Orbit
Man verordnet weniger Feinstaub - und läßt Raketen wie Satelliten in unserer Atmosphäre verglühen
Seehofer förderte Gentechnik - aber bitte nicht in Bayern
Man empfiehlt gesunde Ernährung - und füttert die Menschen mit E-Stoffen
Man fördert eine höhere Geburtenrate - um die Kinder in die Krippen zu geben
Man fordert die Berufstätigkeit der Mütter - doch Hausfrauen als Mütter sind glücklicher
Frau fordert die Frauenquote von 30% in Vorständen - aber freiwillige Frauen bei der Bundeswehr gibt es nur 15%


Kann es nicht sein, daß das Leben etwas ganz anderes ist als der ständig wechselnde Wunschkatalog gewisser Mainstreams oder semiprofessioneller Entscheidungsträger?

Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit!

Peter-Hansen Volkmann
www.naturheilkunde-volkmann.de
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