Ärzte Zeitung online, 01.03.2012

Durchbruch bei der Organspende

BERLIN (dpa). Künftig soll jeder Erwachsene in Deutschland regelmäßig nach seiner Bereitschaft zur Organspende gefragt werden. Eine Spitzenrunde von Opposition, Koalition und Bundesregierung einigte sich am Donnerstag in Berlin, wie die Beteiligten mitteilten.

Man könne die Bereitschaft erklären (Ja), sie verneinen (Nein) oder das Anschreiben auch einfach wegwerfen, teilte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mit. Auch die Bereitschaft, nur bestimmte Organe zu spenden, könne man erklären.

Wichtig sei: "Kein Zwang." Doch durch das Anschreiben per Post solle in den Familien diskutiert werden und sich insgesamt die Bereitschaft der Menschen zur Organspende erhöhen, so die Politiker. Ein entsprechender Gruppenantrag solle so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden.

Heute müssen die Menschen ihre Bereitschaft zur Spende aus eigener Initiative erklären - per Organspendeausweis oder gegenüber den Angehörigen. Fast 70 Prozent der Menschen sind laut Umfragen bereit, nach ihrem Tod Organe oder Gewebe zu spenden.

Aber nur weniger als 20 Prozent haben ihre Entscheidung in einem Spendeausweis dokumentiert. Rund 12 000 Kranke warten verzweifelt auf ein Organ - die meisten bisher vergebens.

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Daniel Bahr (1063)
[05.03.2012, 21:35:06]
Dr. Niki Zuka 
....nach ! ihrem Tod
Ich kann mir vorstellen, dass die meisten dieser angeblichen 70%, die mit einer Spende einverstanden sein sollen, sich nicht bewußt darüber sind, dass sie nicht "nach" ihrem Tod, sondern "davor" spenden müssen. Im Prozess des Sterbens also werden Organe entnommen. Das sollte jedem klar gemacht werden, der sich bereit erklärt. Und auf solch eine Aufklärung wird nach meinem Empfinden bewußt verzichtet, um die Bereitschaft nicht zu senken. zum Beitrag »

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