Ärzte Zeitung online, 09.10.2008

Pflege im Minutentakt - Kliniknotstand ist Thema beim Pflegekongress

HAMBURG (dpa). Die Krankenhäuser in Deutschland brauchen nach Ansicht von Experten deutlich mehr Pflegepersonal, um den europäischen Standard halten zu können. Schon heute liegt Deutschland in Bezug auf das Verhältnis Patient zu Pfleger im unteren Drittel in Europa.

Darauf wies die Vorsitzende des Verbandes der Pflegedirektoren der Universitätskliniken, Ricarda Klein, mit Blick auf den 6. Gesundheitspflege-Kongress am Freitag und Samstag in Hamburg mit.

Allein in den vergangenen 10 Jahren seien mehr als 50 000 Pflegestellen in deutschen Kliniken gestrichen worden. Damals habe eine Schwester im Krankenhaus im Durchschnitt sechs Patienten versorgt, heute seien es fast doppelt so viele. Das habe natürlich Auswirkungen auf die Qualität der Pflege, auch wenn Serviceleistungen ausgegliedert wurden.

"Vor allem im Bereich der Hochleistungsmedizin werden wir nicht darum herum kommen, wieder mehr Pflegepersonal zu beschäftigen", sagte Klein. In diesen Abteilungen sei die Belastung besonders hoch, "zumal die Patienten immer älter und pflegebedürftiger werden".

Die Pflege im Minutentakt und der Personalnotstand in den Krankenhäusern stehen im Zentrum des Hamburger Pflegekongresses. Dazu werden rund 700 Pflegekräfte und Pflegemanager aus deutschen Kliniken erwartet.

Topics
Schlagworte
Pflege (4656)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

"GOÄ-Novelle bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »