Ärzte Zeitung, 13.11.2008

Brandenburg zeichnet innovative Pflegekonzepte aus

POTSDAM/COTTBUS (ami). Das Land Brandenburg hat erstmalig einen "Innovationspreis Pflege" vergeben. Die Preisverleihung bildet den Abschluss der Pflegeinitiative Brandenburg des märkischen Gesundheits- und Sozialministeriums.

Ministerin Dagmar Ziegler (SPD) zog ein positives Fazit. Die anderthalb Jahre dauernde Kampagne habe intensive Anstöße und Grundsteine für die folgende Arbeit gelegt. Als besonders herausragend aus den insgesamt 114 Projekten betrachtet sie die Schaffung des landesweiten Beratungstelefons "Pflege in Not", die Erarbeitung von Tiertherapien für Demenzkranke und den Aufbau von Freiwilligendiensten.

Die Zahl der über 80-Jährigen in Brandenburg wird sich nach Zieglers Angaben von rund 99 000 im Jahr 2006 auf rund 208 000 im Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Dabei halbiere sich innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre unter anderem aufgrund der demografischen Entwicklung die Chance für einen über 80-Jährigen, von seinen Angehörigen in der häuslichen Umgebung gepflegt zu werden. "Die Leistungen der Pflegeversicherung allein werden dieser enormen Herausforderung nicht mehr gerecht werden. Hinzu kommen muss außer dem Engagement Angehöriger und Ehrenamtlicher eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir im Alter leben wollen", so Ziegler.

Aus den 35 Bewerbungen um den Innovationspreis Pflege wählte die Jury das Projekt "Begleitung von Menschen mit Demenz im Alltag" des ASB Pflegeheims "Abendsonne" in Frankfurt (Oder) für den ersten Preis aus.

Tagesabläufe und Betreuung durch die professionellen Pflegekräfte sind dabei in einem mehrjährigen Prozess konsequent an die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Bewohner angepasst worden.

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