Ärzte Zeitung online, 02.12.2008

Vorschlag: Für Pflegebedürftige künftig fünf statt drei Pflegestufen

BERLIN (dpa). Pflegebedürftige sollen künftig in fünf statt in drei Pflegestufen eingruppiert werden. Dies hat ein Expertengremium zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs vorgeschlagen, wie dessen Vorsitzender Jürgen Gohde am Montag in Berlin mitteilte. Ziel ist die bessere Einbindung von Demenzkranken in das System der Pflege - unter Einhaltung des derzeitigen Finanzrahmens. Details dazu nannte Gohde nicht.

Maßstab für die Einschätzung von Pflegebedürftigkeit soll nach seinen Worten nicht mehr der Zeitaufwand für die Pflegekräfte, sondern der Grad der Selbstständigkeit der Betroffenen sein. Mit dem weiter und differenzierter gefassten Begriff der Pflegebedürftigkeit wolle man "mehr Gerechtigkeit".

Das 30 Fachleute umfassende Gremium will bis Ostern 2009 eine "Matritze" für die Umsetzung seiner Anregungen vorlegen. Damit könnte dann nach der Bundestagswahl 2009 begonnen werden.

Gohde betonte, die im Beirat versammelten Experten hätten sich bisher in großer Einmütigkeit auf Ergebnisse verständigt. Sie gehen davon aus, dass es durch die Neudefinition des Pflegebegriffs keine Verlierer gibt: Eine Neuregelung ohne Bestandsschutz sei nicht vorstellbar. Derzeit erhalten gut zwei Millionen Bundesbürger Leistungen aus der Pflegeversicherung.

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