Ärzte Zeitung, 19.01.2009

Auch Pflegedienste bekommen künftig Zeugnisse ausgestellt

BERLIN (hom). Nach den Pflegeheimen bekommen nun auch die etwa 10 600 ambulanten Pflegedienste in Deutschland Schulnoten für die Qualität ihrer Leistungen ausgestellt. Darauf haben sich Vertreter der ambulanten Pflegeanbieter und der GKV-Spitzenverband geeinigt.

Pflegebedürftige und Angehörige, aber auch Haus- und Fachärzte können sich künftig gezielt über 49 pflegerelevante Kriterien informieren. Dazu gehören die Bereiche pflegerische Leistungen, ärztlich verordnete pflegerische Leistungen, Dienstleistung und Organisation sowie Befragungen von Patienten und Angehörigen. Die ambulanten Pflegeanbieter werden vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) auf die Qualität der Leistungen hin begutachtet und bewertet - zur Auswahl stehen Noten von "sehr gut" bis "mangelhaft".

Aus den Einzelnoten wird eine Gesamtnote gebildet, die anschließend im Internet und im Pflegedienst veröffentlicht werden muss. Die Kundenzufriedenheit wird mit einer eigenen Note ausgewiesen. Ein ähnliches Prozedere war bereits für die Bewertung der Qualität der Heime beschlossen worden.

Verbraucher- und Seniorenorganisationen sowie Pflegeverbände haben derzeit die Möglichkeit zur Stellungnahme. Ende Januar soll die Vereinbarung in Kraft treten. "Es ist richtig und wichtig, dass der Verbraucher die Möglichkeit hat, sich an zentraler Stelle über die Qualität der Pflegedienste zu informieren", erklärte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer. Begrüßenswert sei vor allem, dass der Schwerpunkt der Prüfungen durch den MDK künftig auf der Ergebnisqualität liege.

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