Ärzte Zeitung online, 07.09.2009

So halten sich Pflegende "den Rücken frei" - Workshop in Berlin

BERLIN (eb). "Ergonomisches Patientenhandling" - so heißt ein Workshop, in dem es um den aktuellen Stand systematischer und ergonomischer Problemlösungen in der Pflege geht. Der internationale Workshop der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) findet am 16. und 17. November in Berlin statt.

Helferinnen in der Krankenpflege gehören zu den Berufsgruppen bei Frauen, die überdurchschnittlich häufig wegen Muskel-Skeletterkrankungen arbeitsunfähig sind. In der Erwerbstätigenbefragung 2005/2006 gaben zwei von drei Pflegenden an, häufig schwer tragen zu müssen. Eine Belastungssituation, die sich künftig verschärfen wird. Schließlich steigt der Anteil älterer, übergewichtiger und immobiler Patienten stetig an. Dem gegenüber fehlen Praktikern aus der Pflege, aber auch Experten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, oft Grundlagen, um ergonomische Mängel beim Umgang mit Patienten systematisch zu erfassen und zu beseitigen.

Hier zieht der Workshop Bilanz über den Stand ergonomischer Problemlösungen im Patientenhandling auf europäischer Ebene und zeigt Perspektiven auf, so die BAuA in einer Mitteilung. So werden Ergebnisse zu Effekten von Präventionsprogrammen präsentiert. Erfahrungen mit dem britischen "Back Advisor" oder dem niederländischen "ErgoCoach" kommen ebenso zur Sprache, wie die Integration betrieblicher Zielsetzungen in den Berufsalltag. Zudem geht der Workshop auf Anforderungen für eine ergonomische Unterweisung und Trainingsmaßnahmen ein und zeigt den Entwicklungsstand der europäischen Normungsinitiative "Ergonomie im Patientenhandling" auf. Begleitend sind Hilfsmittel und Ausstattung für ergonomisches Patientenhandling und -transfer ausgestellt.

Der Workshop wird von der BAuA mit Unterstützung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), des Deutschen Netzes Gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGfK) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) veranstaltet. Für die Tagungssprachen Deutsch und Englisch findet eine Simultanübersetzung statt.

Für die Teilnahme erhebt die BAuA einen Kostenbeitrag von 80 Euro. Darin sind Tagungsunterlagen, Verpflegung und die Teilnahme an der Abendveranstaltung enthalten.

Weitere Informationen auf ww.baua.de

Infos und Anmeldung bei Horst Grulke, Tel.: 02 31 / 90 71 - 23 25, E-Mail: grulke.horst@baua.bund.de

Direkter Link zum Programm: www.baua.de/de/Aktuelles-und-Termine/Veranstaltungen/2009/11.16-Patientenhandling.html

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »